Entwicklung des Quartiers Erste Runde der Abbrucharbeiten auf Doornkaat-Gelände abgeschlossen
Für die Öffentlichkeit ist das Norder Doornkaat-Gelände gesperrt. Doch hinter den Toren geht die Entwicklung des Quartiers weiter. Dafür wurde jetzt Platz geschaffen.
Norden - Auch, wenn man von außen kaum etwas davon mitbekommt – die Arbeiten und Planungen auf dem Norder Doornkaat-Gelände gehen voran. Wie der zuständige Sachbearbeiter vom Fachdienst Stadtplanung Ronald Böhmer jetzt mitteilte, sind die ersten Abrissarbeiten auf dem Gelände bereits abgeschlossen. In einem zweiten Schritt sollen aber noch weitere Gebäude fallen, sagte Ute Westrup, Leitende Baudirektorin, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch die Phase der Ideen-Sammlung für die künftige Gestaltung des neuen Innenstadtquartiers ist mittlerweile beendet. In den nächsten Wochen soll die Auswertung der Vorschläge starten.
Im Zeitraum von Juni bis Oktober 2022 wurden laut Böhmer sämtliche Gebäude der früheren Doornkaat-Liegenschaft entrümpelt. Die Gebäude „Fahrzeughalle“, „Wasseraufbereitung“ und die 3200 Quadratmeter große „Abfüll- und Packhalle“ wurden durch eine Fachfirma schadstoffsaniert und abgerissen. Auch das Kühlwasserspeicherbecken gibt es nicht mehr. Wie berichtet, ließ es sich Bürgermeister Florian Eiben nicht nehmen, selbst auf einen Bagger zu steigen und beim Abriss selbst Hand anzulegen.
Entrümpelung förderte 115 Tonnen Müll zutage
Bei der Entrümpelung fielen laut Stadtverwaltung 115 Tonnen Müll und Sperrmüll an. Dieser stamme hauptsächlich von früheren Nutzungen, aus der Zeit vor dem Erwerb des Areals durch die Stadt Norden sowie aus illegaler Müllentsorgung. Bei den Rückbauarbeiten entstanden außerdem etwa 12.000 Tonnen Bauschutt. Ein Teil davon konnte vor Ort zum Verdichten der neu entstandenen Flächen wiederverwendet werden. Es gab aber auch schadstoffbelastete Baustoffe, die mit besonderer Sorgfalt ausgebaut und entsorgt werden mussten, darunter waren unter anderem 170 Tonnen asbesthaltige Materialien.
Ein von der Abfüll- und Packhalle verbliebener Außenwandteil soll zu einem späteren Zeitpunkt noch abgebrochen werden, wenn die erforderliche Planung zum Nachbargebäude abgeschlossen ist, so Böhmer. Auch sollen laut Ute Westörp in einem zweiten Schritt noch die ehemalige Bootsbauhalle abgerissen werden. Zunächst sei die Norder Politik vorsichtig gewesen, was den Abriss von Gebäuden anging, sagte Westrup. Nach einer weiteren Begehung und der genauen Analyse über den Zustand mancher Gebäude, habe sich aber herausgestellt, dass weitere Gebäude nicht erhaltenswert seien. Dabei handele es sich aber um reine Zweckgebäude. Ausdrucksstarke Gebäude wie der alte Speicher, der auch unter Denkmalschutz steht, würden in jedem Fall erhalten. „Manchmal birgt aber ein freier Platz mehr Chancen für die Entwicklung“, sagte sie.
Rückbau kostete bisher rund 880.000 Euro
Die Kosten für die bisherigen Rückbau- und Entrümpelungsarbeiten belaufen sich laut Verwaltung auf 760.000 Euro zuzüglich rund 120.000 Euro für Koordinierungsleistungen, Schadstoffanalyse und Umweltbaubegleitung. Mit den nun freigewordenen Geländeteilen zeige sich das Doornkaat-Gelände in einem ganz neuen Licht. So sei es viel besser möglich, sich künftige Nutzungen und Gestaltungen vorzustellen, heißt es von der Verwaltung.
Fast zeitgleich mit dem Abschluss der ersten Rückbauarbeiten endete auch die Phase der öffentlichen Ideen-Sammlung für die künftige Nutzung des Doornkaat-Geländes: Am 6. November hatten Bürger letztmalig die Möglichkeit, ihre Ideen auf dem Online-Beteiligungsportal einzutragen oder die Ideen anderer Nutzer zu bewerten. Das Portal bietet Interessierten auch über diese Frist hinaus die Möglichkeit, die Eintragungen anzusehen oder mehr zu den Bestandsgebäuden und Geländebereichen zu erfahren (https://doornkaatquartier.norden.de).
Die abschließende Beteiligungsphase war mit dem Aktionstag zum Tag der Städtebauförderung am 14. Mai gestartet. In den nächsten Wochen findet laut Ronald Böhmer die Gesamtauswertung aller seit Mai 2022 gesammelten Ideen statt. Auf der Basis dieser umfangreichen Sammlung werde dann der Fachdienst Stadtplanung ein kompaktes Entwicklungskonzept erarbeiten, das auch die Nutzungsziele für den gesamten Stadtbereich der früheren Doornkaat-Liegenschaften zusammenstellt.
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