Sanierung der Kirchdorfer Straße  Grüner Weg in Aurich – Fahrradstraße oder Umleitungsstrecke?

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 28.11.2022 18:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nur Anlieger dürfen im Grünen Weg mit dem Auto fahren – als Umleitung taugt er deswegen nur bedingt. Foto: Romuald Banik
Nur Anlieger dürfen im Grünen Weg mit dem Auto fahren – als Umleitung taugt er deswegen nur bedingt. Foto: Romuald Banik
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Im kommenden Jahr beginnt die Sanierung der Kirchdorfer Straße. Für ein Quartier könnte es dann nur den Grünen Weg als Umleitung geben – der ist aber für die Allgemeinheit gesperrt.

Aurich - Im kommenden Jahr wird in der Kirchdorfer Straße gebaut. Zwischen der Einmündung in die Julianenburger Straße und der Brücke über den Ems-Jade-Kanal werden Fahrbahn sowie Geh- und Radwege völlig neu angelegt. Zuvor müssen Schmutz- und Regenwasserkanäle erneuert werden. Das bedeutet für viele Anwohner sowohl der Kirchdorfer Straße, aber auch der daran angeschlossenen Quartiere, dass sie für längere Zeit mit Verkehrsbehinderungen rechnen müssen.

In Sorge ist unter anderem Heinz Hedden, Anwohner der Straße „Am Deich“. Für die Anwohner des gesamten Quartiers westlich der Kirchdorfer Straße gebe es nur die Verkehrsanbindung über den Grünen Weg bei einer Vollsperrung der Kirchdorfer Straße. Der Grüne Weg aber ist eine Fahrradstraße, in der nur Anlieger fahren dürfen. Zudem gibt es Überlegungen, die Straße mit einem Poller komplett zu versperren. In einer Bürgerbefragung hatten sich jüngst gut 50 Prozent der 527 Teilnehmer für diese Lösung ausgesprochen. Die Politik mochte dem Votum bislang allerdings nicht folgen: CDU, Linke und SPD im Auricher Rat sprachen sich trotz des Ergebnisses der Umfrage dagegen aus.

Tannenbergstraße dient nicht als Umleitung

Auf den Grünen Weg ist man nach Ansicht von Heinz Hedden in jedem Fall angewiesen, wenn die Kirchdorfer Straße saniert wird – unabhängig davon, ob die Straße dabei voll oder nur halbseitig gesperrt werden wird. Es gebe keine andere Möglichkeit für die Anwohner des Westgaster Weges sowie aller Straßen, die damit verbunden seien. Und in der Tat: Die einzige Straße aus dem Quartier, die nicht zur Kirchdorfer Straße führt, ist neben dem Grünen Weg die Tannenbergstraße.

Die Tannenbergstraße ist in Teilen ein Privatweg und für viel Verkehr nicht ausgelegt. Foto: Romuald Banik
Die Tannenbergstraße ist in Teilen ein Privatweg und für viel Verkehr nicht ausgelegt. Foto: Romuald Banik

Dort entlang kann aber der Verkehr nicht ohne Weiteres abfließen, erläutert Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht auf ON-Anfrage. Denn in Teilen sei die Tannenbergstraße ein Privatweg, der auch von Pollern abgesperrt werde. Über eine Nutzung als Umleitungsstrecke müsste daher erst verhandelt werden.

Beginn der Arbeiten im kommenden Jahr

Lücht sagt, es gebe überhaupt noch keine Planungen für die Sanierung der Kirchdorfer Straße. Außer der Ankündigung der Baumaßnahme im Verkehrsausschuss der Stadt in der vorvergangenen Woche läge noch nichts vor. „In der Regel planen Stadt und Landkreis Aurich gemeinsam eine solche Baustelle.“ Aus der Erfahrung mit anderen Baumaßnahmen könne er aber sagen, dass die Baufirmen immer darauf achten würden, die Belastungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Daher werde wahrscheinlich versucht, die Anwohner so gut es geht trotz der Bauarbeiten über die Kirchdorfer Straße fahren zu lassen. Möglich sei auch eine Sanierung der Kirchdorfer Straße in mehreren Abschnitten. Dann blieben die Sedanstraße und die Zillestraße als Auswege für die Anwohner. „Aber natürlich wird es ganz ohne Beeinträchtigungen für die Anwohner nicht gehen“, so Helmut Lücht. Der Grüne Weg, so Lücht, könne mit einer Ausnahmegenehmigung als Umleitungsstrecke genutzt werden – wenn es keine anderen Optionen mehr gebe.

Schon im kommenden Jahr soll die Sanierung der Kirchdorfer Straße beginnen. Zwischen der Einmündung zur Julianenburger Straße und der Brücke über den Ems-Jade-Kanal sollen sowohl die Straße als auch die Fuß- und Radwege erneuert werden. Auch die Schmutz- und Regenwasserkanäle werden bei der Gelegenheit saniert. Los geht es mit den Kanälen, für die die Auricher Stadtentwässerung zuständig ist. Erst nach dem Abschluss dieser Tiefbauarbeiten wird auch der Landkreis Aurich als Träger der Kirchdorfer Straße (Kreisstraße 111) aktiv. Vor 2024 werde das aber nicht der Fall sein, so Kreissprecher Nikolai Neumayer auf ON-Anfrage.

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