Millionenschweres Bauprojekt  Marienhafer Seniorendorf hat bereits einen Namen

| | 25.11.2022 19:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dirk Hillesheim, Geschäftsführer der Inovavita, stellte Einzelheiten des Projekts Seniorenwohnpark in Marienhafe vor. Foto: Thomas Dirks
Dirk Hillesheim, Geschäftsführer der Inovavita, stellte Einzelheiten des Projekts Seniorenwohnpark in Marienhafe vor. Foto: Thomas Dirks
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Koblenzer Unternehmen stellte Pläne für Wohnprojekt im Brookmerland vor – und kam einen Schritt voran.

Marienhafe - Ein erster Schritt in Richtung des geplanten Senioren-Wohnparks an der Kirchstraße in Marienhafe ist gemacht: Einstimmig hat der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Marienhafe am Donnerstagabend den Beschluss zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans gefasst. Zuvor hatten Vertreter des Koblenzer Unternehmens Inovavita, die das Projekt verwirklichen will, dieses vorgestellt.

Wie Inovavita-Geschäftsführer Dirk Hillesheim in einem Pressetermin erläuterte, solle das Seniorendorf den Namen „Brok Marienhafe“ tragen und in bis zu vier Jahren fertiggestellt sein. Sein Kollege Kai Güthermann rechnet mit einer reinen Bauzeit von rund zwei Jahren. Die Hauptarbeiten übernimmt ein auf Sozialbauten spezialisiertes Unternehmen aus Stadtland. Etwa 35 Millionen Euro sollen in Marienhafe investiert werden. Die Inovavita plant und vermittelt. Das Geld kommt von institutionellen Anlegern. „Bedarf und Kapital sind da“, sagte Hillesheim.

Mieten oder kaufen

Ziel seines Unternehmens sei es, Wohnkonzepte für ein gutes Leben im Alter zu entwickeln. „Menschen sollen in den von uns entwickelten und begleiteten Wohnformen ihr neues zu Hause finden“, sagte Hillesheim. Ältere Menschen könnten sich in dem „Seniorendorf“ Wohnraum mieten oder kaufen und ihre persönlichen Möglichkeiten und Wünsche umsetzen, heißt es. Bei Bedarf werden ihnen auch stationäre und ambulante Pflegeleistungen angeboten.

Auf einer 27.000 Quadratmeter großen Landfläche sollen 10.000 Quadratmeter Wohnfläche geschaffen werden.

Auf dem Land des Landwirts Johannes von Essen (Blick von der Kirchstraße) soll das Seniorendorf gebaut werden. Foto: Thomas Dirks
Auf dem Land des Landwirts Johannes von Essen (Blick von der Kirchstraße) soll das Seniorendorf gebaut werden. Foto: Thomas Dirks

Geplant sind, wie mehrfach berichtet, barrierefreie Wohneinheiten mit bis zu 100 Quadratmeter Wohnraum und Gemeinschaftseinrichtungen, die alle nutzen können. „Wir bauen keine Nobelresidenzen“, betonte Hillesheim. Die Serviceleistungen seien für alle gleich. Jeder solle sich das Wohnen im Alter dort leisten können. Wir bieten für jeden Geldbeutel etwas“, sagte Hillesheim. Auch entstehe kein „isoliertes Getto“, sondern ein Quartier mit Anschluss an den Ort. Dafür sollen die Außenanlagen entsprechend gestaltet werden. Beispielsweise sind ein Kinderspielplatz und ein Kindergarten geplant.

120 Wohnungen

Das Seniorendorf umfasst mehrere Gebäudeeinheiten. Das größte ist ein Pflegezentrum mit Dachgärten, zwei Wohngruppen und speziellen Angeboten für Demenzkranke. Neben Pflegewohngruppen, Tagespflege und betreutem Wohnen sei auch ein ambulanter Pflegedienst geplant. Insgesamt werden laut Güthermann rund barrierefreie 120 Wohnungen entstehen. Die bisherigen ON-Berichte hätten zu 60 Anfragen aus dem Brookmerland und der umgebenden Region, aber auch aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet geführt.

Man baue für die Generation, die in Kürze pflegebedürftig werde und bereit sei, sich im Alter noch einmal neu zu orientieren. „Die Menschen in unseren Wohnparks leben eigenständig und unabhängig im eigenen Haus und in der eigenen Wohnung, haben aber alles um sich herum, um sich sicher, wohl und umsorgt zu fühlen“, sagte Hillesheim. Parkplätze für eigene Autos, Car-Sharing und der Verleih von Elektrorädern sollen das Angebot abrunden.

Reaktionen von Verwaltung und Politik

Marienhafe ist ein kleines, schnuckeliges Städtchen, für das wir uns bewusst entschieden haben“, sagte der Inovavita-Chef. Gemeindedirektor Gerhard Ihmels zeigte sich erfreut darüber, dass in dem Ort eine Einrichtung entstehe, die Ansprüchen an modernes Wohnen im Alter gerecht werde. „Brok Marienhafe“ decke den Bedarf des Brookmerlandes und sei ein „gutes Projekt“ für Marienhafe. „Das Konzept hat uns im Rat alle überzeugt“, sagte Bürgermeister Johann Tjaden (SPD).

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