Projekt an Gymnasium  Zwei Auricher Schüler entwickeln digitale Lernplattform

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 23.11.2022 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Schüler Simon Baalmann (links) und Bastian Krull präsentieren die „Ulricianum Academy“. Foto: Neelke Harms
Die Schüler Simon Baalmann (links) und Bastian Krull präsentieren die „Ulricianum Academy“. Foto: Neelke Harms
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Die sogenannte „Ulricianum Academy“ soll Schülern und Lehrern die Handhabung digitaler Geräte erleichtern – deren Macher sehen sich selbst aber noch nicht am Ziel.

Aurich - Zahlreiche Klassenräume am Auricher Gymnasium Ulricianum sind mit sogenannten Smartboards ausgestattet. Und immer häufiger ersetzen Tablets Stift und Papier auf den Tischen der Schüler. Doch wenn es um die Handhabung der Geräte geht, kommen sowohl bei ihnen als auch ihren Lehrern Fragen auf. Bei manchen mehr, bei anderen weniger. Zwei Schüler des Ulricianums haben es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Problem anzugehen.

„Ulricianum Academy“ nennt sich die digitale Lernplattform, die Ulricianern bei dem Umgang mit der Digitalisierung im Unterricht helfen soll. Der 18-jährige Simon Baalmann und der 19-jährige Bastian Krull riefen das Projekt ins Leben. Sie sind Schüler des 13. Jahrgangs des Ulricianums. Von der Gestaltung bis zur Umsetzung der Academy lag alles in ihren Händen. Nach rund einem Jahr Planungsphase ging die Plattform vor knapp vier Wochen online. Rund 1000 Schüler und 200 Lehrer haben mittlerweile Zugang.

Lehrerin Dr. Susanne Pedersen (von links) mit den Schülern Simon Baalmann und Bastian Krull sowie Schulleiter Rüdiger Musolf. Foto: Neelke Harms
Lehrerin Dr. Susanne Pedersen (von links) mit den Schülern Simon Baalmann und Bastian Krull sowie Schulleiter Rüdiger Musolf. Foto: Neelke Harms

Schulleiter: Ein bundesweit einmaliges Projekt

Egal, ob es um Datenschutz, die ersten Schritte mit dem I-Pad oder das Deaktivieren einzelner Funktionen geht – auf zahlreiche Fragen liefert die Plattform Antworten. Und das anhand von illustrierten Videos – „kurz und prägnant“, wie Krull sagt. Es gibt ein- bis zweiminütige Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Laut dem Schulleiter Rüdiger Musolf ist das ein bundesweit einmaliges Projekt.

Eine „Erklärfilmbibliothek“ war die Grundidee, aus der die Lernplattform entstand. Nachdem eine Arbeitsgruppe des Medienteams der Schule den Vorschlag machte, eine solche zu erstellen, befasste sich der Informatikkurs von Dr. Susanne Pedersen damit. Baalmann und Krull begannen im Unterricht und verbrachten schließlich Hunderte Stunden ihrer Freizeit mit der Gestaltung der gesamten Plattform.

Alle Schüler können sich einbringen

Noch wird an einigen Stellen gefeilt, doch das Grundkonzept steht: Nachdem man sich mit den schulinternen Zugangsdaten angemeldet hat, kommt man ins Menü der Ulricianum Academy. Dort kann der Nutzer aus verschiedenen Kategorien wählen. Unter „Kurse“ sind die Erklärvideos nach Themen geordnet zu finden. Noch hinzukommen sollen beispielsweise die Bereiche „Notizen“ oder „Umfragen“.

Aus diesem Menü können die Nutzer der „Ulricianum Academy“ wählen. Foto: privat
Aus diesem Menü können die Nutzer der „Ulricianum Academy“ wählen. Foto: privat

Entscheidend für Baalmann und Krull: Die Kategorie „Feedback“. Denn anhand von Rückmeldungen wollen sie die Plattform stetig verbessern. Es solle kein starres System sein, sagt Krull. Schon fünf Tage nachdem die Plattform an den Start ging, galt es 45 Wünsche aus der Schüler- und Lehrerschaft umzusetzen.

Angebot soll sich verdoppeln

Sowohl bei Schülern als auch Lehrern komme die Plattform gut an, sagt Baalmann. Selbst die, die ihr I-Pad noch nicht einmal ausgepackt hätten, hätten das spätestens getan, als sie die Zugangsdaten zur Academy bekommen haben. Die Schüler glauben: Jeder kann noch etwas dazu lernen. Und auch ihre Lehrerin, Susanne Pedersen, sagt: „Digital Natives gibt es nicht.“ Selbst wenn man in Zeiten der Digitalisierung aufwachse, lerne man nie aus. Auch sie selbst lerne stetig etwas dazu, obwohl Smartboards und Tablets in ihrem Unterricht täglich gebraucht werden.

Noch steht das Projekt in der Anfangsphase, aber schon bald soll sich etwas tun. Bis zum Jahreswechsel soll sich die Anzahl der Videos auf der Plattform etwa verdoppelt haben. Derzeit liegt die Länge zusammengerechnet bei etwa einer Stunde. Im neuen Jahr sollen es mindestens zwei Stunden sein. Hinzukommen sollen zum Beispiel Videos, die sich an jüngere Schüler richten. Denn mit dem kommenden Halbjahr im Februar sollen auch die siebten Klassen des Ulricianums mit Tablets ausgestattet werden.

An manchen Bereichen, wie zum Beispiel der Umfrage-Funktion, wird noch gearbeitet. Foto: privat
An manchen Bereichen, wie zum Beispiel der Umfrage-Funktion, wird noch gearbeitet. Foto: privat

Noch sind die beiden Schüler nicht am Ziel, vor ihnen liegt viel Arbeit. Doch: „Wenn man dann das Ergebnis sieht, ist man zufrieden“, sagt Krull.

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