Tag gegen Gewalt an Frauen  Wenn die eigenen vier Wände nicht mehr sicher sind

Marion Bubolz
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Von Marion Bubolz
| 24.11.2022 07:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Aktivistinnen mit orangefarbenen Schals setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Foto: privat
Aktivistinnen mit orangefarbenen Schals setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Foto: privat
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Ein Arbeitskreis im Landkreis Aurich will auf ein Tabuthema aufmerksam machen und die Öffentlichkeit sensibilisieren. Mit einer Kundgebung und Aktionen. Dabei ist auch eine Farbe im Spiel.

Aurich - Rund um den „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ am Freitag, 25. November, hat der Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt im Landkreis Aurich erneut verschiedene Aktionen auf die Beine gestellt. Um den Kontakt für Betroffene einfacher und auch nachhaltig zu gestalten, werden Alltagsgegenstände als Geschenk verteilt, auf denen die wichtigsten Telefonnummern abgedruckt sind. Darüber hinaus organisiert der kurdische Frauenrat Zelal am 25. November um 15.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Georgswall in Aurich.

Vor vielen Rathäusern im Landkreis Aurich wehen vom 25. November bis zum 10. Dezember die Fahnen von Terre des femmes mit dem Motto „Gewaltfrei leben“. Gewalt gegen Frauen ist laut Mitteilung des Landkreises nach wie vor ein Tabuthema und dennoch Alltag in Deutschland. Das zeigen die Fakten sehr eindrücklich: Laut einer Statistik versucht in Deutschland täglich ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin umzubringen. Letzteres tritt jeden dritten Tag ein.

Gewalt gegen Frauen ist in Deutschland alltäglich

Jede vierte Frau in Deutschland wurde bereits Opfer häuslicher Gewalt. Diese Gewalt ist in allen gesellschaftlichen Schichten verbreitet und unabhängig von Einkommen oder Bildung. Im häuslichen Umfeld hat die Gewalt eine besondere Schwere, da Betroffene die eigenen vier Wände nach einem Übergriff nicht mehr als Schutzraum erleben.

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Hilfe bei Gewalt gegen Frauen
23.11.2022

Um auf die Situation aufmerksam zu machen, wollen die Teilnehmenden mit Fahrradsattelschonern und Parkscheiben, auf denen die wichtigsten Telefonnummern vermerkt sind, an die Menschen herantreten. Dem Arbeitskreis war den Angaben zufolge wichtig, „dass die Menschen etwas Lebenspraktisches bekommen, was sie immer wieder in die Hand nehmen und das sie daran erinnert, nicht wegsehen zu dürfen“.

Orangefarbende Außenbeleuchtung am Kino

Die sonst übliche orangefarbene Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden wird vor dem Hintergrund der Energiekrise in diesem Jahr überwiegend ausgesetzt. Lediglich das Kino Aurich stellt die hauseigene Außenbeleuchtung auf die für die sogenannten „Orange Days“ typische Farbe um.

Dem Arbeitskreis gehören die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, das Frauenhaus und die Beratungs- und Interventionsstelle BISS Aurich, die Polizei und Opferhilfe, der Weiße Ring, die Awo-Beratungsstelle und der Zonta-Club Ostfriesland an.

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