Spendenaktion in Wiegboldsbur Zahl bedürftiger Kinder verdoppelt
Mit der Wunschbaumaktion der Tafel sollen Wünsche bedürftiger Kinder erfüllt werden. In Wiegboldsbur hängen in diesem Jahr fast doppelt so viele Zettel am Baum – und eigentlich wären es noch mehr.
Wieboldsbur - Buntes Papier, eine Schleife und viel Vorfreude: Auch in diesem Jahr warten viele Kinder auf ihre Weihnachtsgeschenke. Damit auch Kinder aus bedürftigen Familien ein schönes Fest haben, hat die Diakonie mit ihren Partnern die Wunschbaum-Aktion ins Leben gerufen. Kinder aus Tafel-Familien können einen Wunschzettel schreiben, der dann anonym an einen Weihnachtsbaum gehängt wird. Für die Ausgabestelle in Wiegboldsbur steht der Baum bei Wessels – dort hängen in diesem Jahr fast doppelt so viele Zettel.
Etwa 90 Kinder erhoffen sich in diesem Jahr ein Geschenk bei der Tafel in Wiegboldsbur. Im vergangenen Jahr waren es noch um die 50, sagt der Leiter der Ausgabestelle, Chris Meyer. Viele der Neuzugänge kommen aus ukrainischen Familien, die in Südbrookmerland zumindest vorerst eine neue Heimat gefunden haben.
Eigentlich noch mehr Zettel
Es wären wohl noch viel mehr Zettel geworden. Aber die Tafeln mussten begrenzen. So konnten sonst Kinder bis 13 Jahren ihre Zettel abgeben. Auch bei Älteren wurde mal ein Auge zugedrückt. In diesem Jahr liegt die Grenze bei zehn Jahren. Die Zählungen dazu hätten bereits im Oktober stattgefunden – die Notbremse musste gezogen werden. „Wir wären sonst bei weit über 100 Kindern“, sagte Meyer. Diese Anzahl hätte man kaum stemmen können. Immerhin solle an Weihnachten kein Kind enttäuscht werden.
Bei den Wunschzetteln gibt es für die Kinder einige Vorgaben: Das Geschenk soll nicht mehr als 30 Euro kosten, Geschlecht und Alter müssen angegeben werden, zudem soll der Wunschzettel mit einem weihnachtlichen Bild verziert werden. Die Wünsche im Vergleich zu den vergangenen Jahren sind ähnlich. Schuhe, Kleider, Bastelmaterial, Spielzeug, aber auch Schulmaterial stehen auf den Zetteln, teilte Meyer mit.
Fahrräder sind beliebt
Oft wird bei den Wünschen von den Schenkern ein Auge zugedrückt, sagt Meyer. Auch Fahrräder seien beliebte Wünsche – kosten aber häufig mehr als 30 Euro. Manche besorgten dann ein gebrauchtes Rad, das dann mit Hilfe der Firma Wessels ordentlich aufpoliert wird.
Der Wunschbaum wird bei der Firma Wessels am kommenden Montag, 28. November, um 11 Uhr aufgestellt. Der Baum dazu wurde von der Firma Kruse gespendet. Kinder des DRK-Kindergartens haben ihn mit selbstgebasteltem Schmuck geschmückt.
Gewerbeverein springt im Notfall ein
Wer einem Kind eine Freude bereiten und einen Weihnachtswunsch erfüllen will, kann sich einen der Wunschzettel aussuchen. Es müssen Name und Telefonnummer angegeben werden. So soll im Nachhinein verfolgt werden können, wer für welches Geschenk zuständig ist.
In der Vergangenheit kam es auch schon vor, dass sich jene nicht zurückmeldeten, die einen Wunschzettel übernommen haben. Böswilligkeit sieht Meyer darin nicht. Es könne ja auch sein, dass derjenige krank geworden sei oder es einfach vergessen habe. Aus diesem Grund werden alle Wunschzettel kopiert. Verspäten sich die Schenker, werden sie noch einmal telefonisch kontaktiert. Der wirklich letzte Abgabetag ist der 21. Dezember – einen Tag später werden die Geschenke an die Familien verteilt.
Je früher die Geschenke abgegeben werden, desto besser. Schließlich braucht der Gewerbeverein in Südbrookmerland noch Zeit, um im Notfall einzuspringen. Der Verein übernimmt auch die Zettel, die am Baum übrigbleiben – damit kein Kind an Weihnachten leer ausgeht.