Neue Verkehrsregelung  Mehr Vorfahrt für Radfahrer in Aurich – doch nicht überall

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 19.11.2022 13:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Querung des Ostfrieslandwanderwegs an der sanierten Popenser Straße ist farblich deutlich hervorgehoben. Foto: Romuald Banik
Die Querung des Ostfrieslandwanderwegs an der sanierten Popenser Straße ist farblich deutlich hervorgehoben. Foto: Romuald Banik
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An Querungen mit dem Ostfrieslandwanderweg müssen Autofahrer nun immer öfter den Radfahrern die Vorfahrt lassen. Daran müssen sich viele erst noch gewöhnen.

Aurich - Vorfahrt sollen Radfahrer auf dem Ostfrieslandwanderweg bekommen. Überall dort, wo der Wanderweg städtische Straßen kreuzt, sollen nach Möglichkeit die Radfahrer Vorrang vor dem Straßenverkehr bekommen. Im Umweltausschuss gab am Donnerstag Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht einen Überblick über den Fortschritt bei der Umsetzung des Planes.

Ein Drittel der insgesamt 37 Übergänge an städtischen Straßen seien bislang untersucht worden, so Lücht. Im Gewerbegebiet Schirum sei die Vorfahrtsregel an vier Stellen für die Radfahrer geändert worden. Rote Markierungen machen den Autofahrern deutlich, dass dort die Radfahrer Vorfahrt haben. Zunächst ist die neue Regel dort für ein Jahr als Versuch eingerichtet. Es gab erste Rückmeldungen von Radfahrern, die sich nicht wohl fühlten. „Es muss sich etablieren, dass man als Radfahrer an der Straße nicht mehr anhalten muss“, sagt Helmut Lücht.

Ausnahmeregel an der Popenser Straße

Dazu gehöre vor allem, dass die Radfahrer auch rechtzeitig von den Autofahrern gesehen werden. Aus diesem Grund können an fünf Stellen die Radler vorerst keine Vorfahrt bekommen. Denn am Schoolpad, in der Glupe, am Eickebuscher Weg, am Neulandsweg und am Schirumer Weg sei die Einsicht von der Straße in den Ostfrieslandwanderweg zu gering. Die so genannten Sichtdreiecke seien zu klein. Dort gebe es viele private Eigentümer, auf deren Grundstücken massiv Pflanzen zurückgeschnitten werden müssten. Aufgegeben werden solle der Plan aber nicht. Abgesehen davon seien die Querungen in der Glupe und im Schoolpad bereits jetzt relativ fahrradfreundlich gestaltet.

Beim kürzlich beendeten Umbau der Popenser Straße wurde die Querung des Ostfrieslandwanderweges deutlich gekennzeichnet. Der Radweg wurde rot markiert und höher gelegt. Trotzdem haben dort die Radfahrer keine Vorfahrt. Denn in der Popenser Straße wurden auch Schutzstreifen für Radfahrer angelegt. Und zunächst haben diese nun die Vorfahrt an der Kreuzung mit dem Ostfrieslandwanderweg. „Das kann aber jederzeit geändert werden“, so Helmut Lücht.

Zählanlagen wurden zerstört

Ausschlaggebend dafür sollen Verkehrszählungen sein. Deren Ergebnisse stehen aber noch aus. Denn die Geräte, die mithilfe von Schläuchen auf dem Radweg die Zahl der Nutzer erfassen, wurden laut Lücht bereits zweimal zerstört. „Die Schläuche wurden zerschnitten.“ Das sei teuer für die Stadt und ärgerlich für die Fortführung des Projektes. Denn im Winter bringe eine Zählung wegen der geringeren Nutzerzahlen nichts.

Reinhold Mohr (Grüne) sieht gute Chancen, dass der Ostfrieslandwanderweg zu einem „Fahrradstraßenschnellweg“ werden könnte. Das gelte auch, wenn die Radfahrer an den Kreis-, Landes- und Bundesstraßen keine Vorfahrt bekommen könnten. Es sei sicherlich eine Frage der Gewohnheit sowohl für Radfahrer wie auch für Autofahrer, wenn die Vorfahrt an den Querungen anders als gewohnt geregelt würden.

Eine Anmerkung, die Manfred Möhlmann (CDU) relativierte. Er erinnerte daran, dass auch Fußgänger den Wanderweg nutzen würden. Für einen Radschnellweg müsste man den Ostfrieslandwanderweg sicherlich auf eine Breite von vier Metern ausbauen. Das aber sei unrealistisch.

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