Berlin  Erkennen und fördern: Ist Ihr Kind wirklich hochbegabt?

Lucie Wittenberg
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Von Lucie Wittenberg
| 18.11.2022 15:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Viele Eltern glauben, dass ihr Kind besonders schlau ist. Foto: imago images/ Westend61
Viele Eltern glauben, dass ihr Kind besonders schlau ist. Foto: imago images/ Westend61
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Es gehört zum Elternsein dazu: Die Überzeugung, dass das eigene Kind das schlauste ist. Wie Sie die Hochbegabung Ihres Kindes wirklich erkennen können.

Ein Gedanke, den wohl viele Eltern mindestens einmal gehabt haben: Mein Kind ist definitiv schlauer als andere! Intellektuell hochbegabt sind Menschen aber erst ab einem IQ mit 130 oder mehr. „Statistisch betrachtet sind das ungefähr 2,3 Prozent aller Kinder“, erklärt Psychologin Tanja Gabriele Baudson in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Wie lässt sich also erkennen, dass das eigene Kind zu diesem kleinen Prozentsatz gehört? Drei Verhaltensmuster sollten Eltern aufhorchen lassen: Der Sohn oder die Tochter haben eine schnelle Auffassungsgabe, erkennt Zusammenhänge und hat ein gutes Gedächtnis. Das deute darauf hin, dass das Kind intellektuell hochbegabt ist, sagt Baudson. Wenn ein Kind früh lesen könne oder sprachlich begabt ist, sei das aber nicht unbedingt ein Zeichen für einen hohen IQ.

Ein IQ-Test empfehle sich dann, wenn Eltern das Gefühl haben, ihr Sprössling ist intelligenter als andere. Auch wenn er Probleme in der Schule hat, plötzlich nicht mehr hingehen möchte oder große Unterschiede zu Altersgenossen aufweist. „Der intellektuelle Abstand eines hochbegabten Kindes zu einem durchschnittlich Begabten ist so wie der Abstand von durchschnittlich begabten Kindern zu Kindern mit einer geistigen Behinderung“, sagt Baudson.

Das Alter spielt dabei übrigens keine Rolle. Die Hochbegabung ließe sich von Anfang an erkennen. Indem Eltern gezielte Angebote machen, können sie die Interessen des Kindes erweitern oder aber vertiefen. Das sei laut Baudson vor allem im frühen Kindesalter wichtig. Ausflüge in die Bibliothek oder in den Wald, Bastel- und Malstunden könnten helfen, um das Gehirn des Kindes zu unterstützen. Eine Anmeldung in der Kita könne helfen, weil der Kontakt mit anderen Kindern ebenfalls eine Art „Angebot“ sei.

Die Psychologin rät aber, das Kind nicht zu überfordern. Es brauchte Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten. „Permanente Überstimulation brauchen Kinder nicht“, sagt Baudson. Auch sei es nicht hilfreich, das Kind in seinem Enthusiasmus und Wissensdurst zu bremsen. Kinder seien nie zu jung, um etwas wissen zu wollen.

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