Berlin WM 2022: Lesben- und Schwulenverband warnt vor Reisen nach Katar
Der Lesben- und Schwulenverband Hamburg (LSVD) warnt homosexuelle Menschen davor, zur Fußball-WM nach Katar zu reisen. Der Vorsitzende sagt, man sei dort in der Steinzeit angekommen.
Der Lesben- und Schwulenverband Hamburg (LSVD) fordert, dass queere Menschen nicht nach Katar fahren. Das sagte der Verband dem NDR. Auch solle das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Homosexuelle aussprechen. „Da ist schon das Zeigen der Regenbogen-Flagge verboten und eine Gefahr, dass man verhaftet wird. Dann schaut man sich die WM im Gefängnis an“, sagte der Vorsitzende des LSVD, Wolfgang Preussner.
Schon vorher hatte der Lesben- und Schwulenverband Deutschland an die Bundesregierung appelliert, alle diplomatischen Reisen während der WM in Katar abzusagen. Er stellte ebenfalls die Forderung, eine Reisewarnung „für alle Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBTIQ*)“ auszusprechen.
Das Außenministerium plant aktuell keine Reisewarnung. Es verurteile die Aussagen des katarischen WM-Botschafters Khalid Salman, die Regierung Katars habe aber zugesichert, dass alle Fans ab dem 20. November bei der Weltmeisterschaft willkommen seien. Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte nach eigenen Angaben eine „Sicherheitsgarantie“ durch Katars Premierminister und Innenminister Scheich Chalid bin Chalifa Al-Thani erhalten.
Vergangene Woche hatte WM-Botschafter Salman vor laufenden Kameras behauptet, dass Homosexualität ein „Schaden des Geistes sei“. Das ZDF brach das Interview nach dieser Aussage ab, zuvor sagte Salman noch, dass Homosexualität „haram“, also eine Sünde sei. Der Vorsitzende des (LSVD) zeigte sich schockiert und gleichzeitig wenig überrascht von Salmans Aussagen. Es sei im Vorfeld klar gewesen, dass keine anderen Aussagen kommen würden. „Wir sind in der Steinzeit angekommen“, sagte Preussner.
Der Weltverband FIFA und das WM-Organisationskomitee haben die Aussagen des WM-Botschafters bisher nicht kommentiert.