Freie Pfarrstellen  Mühsame Nachfolgersuche

| | 16.11.2022 20:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Pastorin Katrin Krüger wird die Kirchengemeinde Marienhafe Ende Januar verlassen. Foto: Thomas Dirks
Pastorin Katrin Krüger wird die Kirchengemeinde Marienhafe Ende Januar verlassen. Foto: Thomas Dirks
Artikel teilen:

Die Pastorenstellen in Osteel und Marienhafe sind ausgeschrieben. Sie neu zu besetzen, gestaltet sich aber schwierig.

Brookmerland - Bis zu einer Neubesetzung der Pfarrstellen in den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Osteel und Marienhafe wird wahrscheinlich noch einige Zeit vergehen. Bisher jedenfalls fehlt es an potenziellen Nachfolgern für denjenigen, der die Osteeler Stelle bisher besetzte, und diejenige, die die Marienhafer Stelle noch innehat.

Zur Erinnerung: Die Pfarrstelle in Osteel ist seit 1. August vakant. Der bisherige Pastor Carsten Greite ist, wie berichtet, seit 1. August in der Gemeinde Leybucht und in der Gnadenkirche Tidofeld, einer Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland, tätig. Greite war seit 2017 Seelsorger in Osteel. Ursprünglich war geplant, zum 1. August eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für ihn zu präsentieren. Das aber gelang nicht. Bis heute ist seine Stelle unbesetzt.

Vereinzeltes Interessean den Pfarrstellen

Zwar noch im Amt ist seine Kollegin Katrin Krüger in Marienhafe. Dies aber nur noch bis Ende Januar. Dann droht auch dort eine Vakanz. Die 41-Jährige, die erst seit 2019 in Marienhafe tätig ist, will künftig als Schulpastorin an den Berufsbildenden Schulen II in Emden arbeiten. Auch in Marienhafe laufen die Bemühungen, schnell eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden. Krügers Stelle wird inzwischen ebenfalls von der Landeskirche angeboten.

Carsten Greite war bis zum 1. August Pastor der Warnfriedkirchengemeinde Osteel. Foto: Thomas Dirks
Carsten Greite war bis zum 1. August Pastor der Warnfriedkirchengemeinde Osteel. Foto: Thomas Dirks

Wie lange die Osteeler und Marienhafer auf eine neue Pastorin oder einen neuen Pastor werden warten müssen, steht noch in die Sternen. Bisher tut sich kaum etwas. Interesse an den Stellen sei „vereinzelt gemeldet“ worden, bisher aber liege keine Bewerbung vor, teilte der Superintendent des Kirchenkreises Norden, Dr. Helmut Kirschstein, auf Anfrage mit. Das sei aus seiner Sicht aber auch keineswegs überraschend. Eine Dreiviertelstelle wie in Osteel habe es vermutlich ohnehin schwerer als Ausschreibungen einer 100-prozentigen Pfarrstelle wie die in Marienhafe.

Hinzu komme: Die Vakanz in Marienhafe beginne erst mit dem 1. Februar. Früher sei es üblich gewesen, erst dann die Ausschreibung zu veröffentlichen. „Wir sind also überaus frühzeitig dran“, so Kirschstein.

An einer Prognose, wann in etwa mit Wiederbesetzungen der Stellen zu rechnen sei, wollte sich Kirschstein nicht versuchen. „Rechnen kann weder ich, noch sonst irgendjemand mit einem Besetzungstermin“, schreibt er. Dafür sei die Gesamtsituation auf dem „Markt“ für Theologinnen und Theologen zu übersichtlich. Vor zehn, 20 Jahren sei das komplett anders gewesen. Das verbinde die Theologen wiederum mit fehlenden Ärzten, Handwerkern, Pflegekräften, so der Superintendent.

Beauftragtefür Laienprediger

Unterdessen wird allmählich konkret, welche Aufgaben Pastorin Krüger künftig zusätzlich zu ihrer Lehrtätigkeit wahrnehmen soll. Wie berichtet, wird sie weiterhin einen Teil ihrer Arbeitszeit im Kirchenkreis Norden tätig sein. Wie Kirschstein mitteilte, wird die Theologin weiterhin die Beauftragung für den Lektoren- und Prädikanten-Dienst wahrnehmen.

Darüber freue er sich sehr, betont Kirschstein. Krüger habe diese Aufgabe seit Übernahme dieses kirchenkreisweiten Dienstes „ganz ausgezeichnet ausgeübt“. Das bestätigten ihm immer wieder die zahlreichen ehrenamtlichen Predigerinnen und Prediger. Davon gibt es nach Angaben von Kirschstein im Kirchenkreis Norden gegenwärtig etwa 35. „Uns muss um die Zukunft einer engagierten Predigt in allen, auch den kleinsten, Gemeinden nicht bange sein“, so der Superintendent.

Ähnliche Artikel