Weser-Ems-Ausstellung  Neues Konzept und alte Preise

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 15.11.2022 20:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Norbert Schute-Lübken (Haug Ausstellungen, von links), Auricher Bürgermeister Horst Feddermann, Johann Stromann (Stadtmarketing) und Martin Vorwerk, Inhaber Haug Ausstellungen beim Pressegespräch. Foto: Neelke Harms
Norbert Schute-Lübken (Haug Ausstellungen, von links), Auricher Bürgermeister Horst Feddermann, Johann Stromann (Stadtmarketing) und Martin Vorwerk, Inhaber Haug Ausstellungen beim Pressegespräch. Foto: Neelke Harms
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Die Weser-Ems-Ausstellung findet im Mai zum 15. Mal in Aurich statt. Mehrere Neuheiten sollen Besucher locken. Während für sie die Kosten gleich bleiben, steigen sie für andere.

Aurich - Ein umfangreiches Programm soll im kommenden Mai zahlreiche Gäste auf das Mehrzweckgelände in Tannenhausen locken. Vom 18. bis 21. Mai findet dort die 15. Weser-Ems-Ausstellung (WEA) statt. Nach 56 Jahren soll sich nun auf der Messe manches ändern.

Auf Familien und junge Erwachsene soll im kommenden Jahr der Fokus gelegt werden, sagt der Inhaber der Veranstaltungsfirma Haug Ausstellungen, Martin Vorwerk, am Dienstag in einem Pressegespräch. Die Veranstaltungstage sollen jeweils einem Thema gewidmet werden. Einer steht dabei ganz im Zeichen der Familie. So soll zum Beispiel ein namhafter Kinderliedermacher auf der Bühne stehen. Unter anderem Christian Hüser sowie Volker Rosin seien im Gespräch, so Vorwerk.

Ausbildungsberufe im Vordergrund

An einem Tag sollen Ausbildungsberufe im Vordergrund stehen. Denn neu auf der Messe ist die sogenannte Job- und Ausbildungsoffensive Ostfriesland. Man wolle die Messe zum Anlass nehmen, um dem Fachkräftemangel in etlichen Bereichen entgegenzuwirken. Vorwerk betont jedoch: Die WEA ist eine Gewerbeschau und das soll sie auch bleiben.

Dass auf der Messe mehr Unterhaltung geboten werden soll, stand für den Veranstalter schon nach der Ausstellung im Jahr 2019 fest. Denn er sieht in dem alten Programm einen der Gründe, weshalb im Jahr 2019 etwa 17 Prozent weniger Besucher zu der Veranstaltung kamen, als vier Jahre zuvor. Damals seien manche gebuchten Auftritte kurzfristig abgesagt worden. Zum Beispiel musste eine geplante Modenschau ausfallen. Nun soll besser geplant werden, sagt Vorwerk.

Kostenloser Eintritt für Jugendliche

Obwohl den Besuchern mehr geboten werden soll und die Veranstalter von Preissteigerungen nicht verschont bleiben, soll der Eintrittspreis wie auch vor vier Jahren bei fünf Euro liegen. „Die Ausstellung muss interessant bleiben“, sagt Martin Vorwerk, Inhaber des Veranstalters der WEA Haug Ausstellungen, am Dienstag im Pressegespräch.

Um junge Menschen auf die Messe zu locken, wird der Eintritt für die sogar kostenlos. Wer unter 18 Jahren alt ist, zahlt nichts. Vor vier Jahren kamen Schüler zu einem ermäßigten Preis auf das Gelände. Da nun jedoch erstmals die Job- und Ausbildungsoffensive Ostfriesland Teil des Ganzen ist, sollen sie gar nichts mehr zahlen.

Standmiete höher als vor vier Jahren

Doch nicht für alle bleiben die Preise stabil. Zum Beispiel für Zeltmieten fallen für den Veranstalter nun höhere Kosten als bei der vorigen WEA an. Das bekommen die Aussteller nun zu spüren. So wird die Standmiete pro Quadratmeter um jeweils acht Euro angehoben. Die günstigste Kategorie liegt somit nicht mehr bei 59 sondern 67 Euro. Einzig die Flächen auf dem Freigelände liegen mit 15 Euro auf dem Preisniveau von vor vier Jahren.

Unklar ist noch die Frage nach den Parkgebühren. Vor vier Jahren lagen die bei zwei Euro. Man hoffe, dass das so bleibe, es stehe jedoch noch nichts fest, sagt Vorwerk.

Bis zu 180 Aussteller erwartet

Im Jahr 2019 kamen laut dem Veranstalter 17 Prozent weniger Besucher als vier Jahre zuvor. Damals erklärte er den Rückgang unter anderem mit zu gutem Wetter an den Messetagen. Gestern nennt Vorwerk das damalige Programm und die fehlende Unterhaltung als Hauptgrund für die gesunkenen Besucherzahlen. Die Gefahr, dass es in diesem Jahr noch weniger Besucher sein könnten, sieht der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann nicht. Im Gegenteil – er ist sich sicher, dass viele die Chance nutzen werden, sich wieder persönlich beraten zu lassen, nachdem das während der Pandemie lange Zeit nicht möglich war. Das hätten auch vergangene Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Hochzeitsmesse in der Auricher Sparkassen-Arena gezeigt, so Johann Stromann vom Auricher Stadtmarketing. Feddermann sieht im Online-Handel daher keinen Konkurrenten.

Zwischen 160 und 180 Aussteller werden laut Vorwerk zu der Messe erwartet. Darunter sind hauptsächlich Firmen aus Aurich und Umgebung. Die Besucher sollen sich bei den Handel- und Dienstleistungsunternehmen zu verschiedenen Themen informieren können.

Besucher erwartet auch Altbewährtes

Schon vor vier Jahren sagte Vorwerk, es werde immer schwieriger, Firmen als Aussteller zu gewinnen. Deren Personaldecke sei oft zu dünn, um vier Tage Ausstellungsbetrieb zu bestücken. Welche Auswirkungen der aktuelle Fachkräftemangel auf das Problem hat, konnte der Veranstalter am Dienstag noch nicht abschätzen. Das werde sich in den kommenden Monaten zeigen, so Vorwerk. Laut Feddermann ist der Personalmangel einer der Gründe, warum man die Dauer der Messe vor einigen Jahren verkürzte.

Neben neuen Angeboten, wie denen für Familien und junge Erwachsene erwartet die Besucher auch Altbewährtes. So soll zum Beispiel Sicherheit und Landwirtschaft wieder eine große Rolle auf der WEA spielen. Auf einer Außenbühne soll es zahlreiche Auftritte geben. Auch Vereine aus der Umgebung sind aufgerufen, sich zum Beispiel mit Sport- Tanz oder Gesangseinlagen am Programm zu beteiligen und bei der Veranstaltungsfirma zu melden.

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