Arbeiten als Weihnachtsmann Nach Heiligabend kommt der Bart ab
Rudi Seeberg arbeitet im Winter als Weihnachtsmann in Ihlow. Dafür lässt er sich einen weißen Rauschebart wachsen. Nach Weihnachten kommt der aber wieder ab, denn der Rentner hat noch andere Jobs.
Riepe - Der Bart wächst und wächst. Seit Anfang September stutzt ihn Rudi Seeberg nicht mehr, denn der weiße Rauschebart ist wichtig für seine Arbeit. Die beginnt in wenigen Tagen, wenn ihn hiesige Schulen, Kindergärten und private Haushalte als Weihnachtsmann buchen. Auch beim Weihnachtsbaumaufstellen in Ochtelbur ist er dabei. Eine ganz tolle Sache ist für Rudi Seeberg jedes Mal der Korso im Rahmen des Riepster Lichtermarktes, der in diesem Jahr am Sonnabend, 3. Dezember, stattfindet. Dann sitzt er in seiner Kutsche, die auf einem Lkw-Anhänger platziert ist, und rollt durch die Gemeinde Ihlow.
Seine Ehefrau Marga erzählt, dass ihr Rudi zu diesem Job kam, als sein Vorgänger Helmut Weber vor einigen Jahren verstarb. Nunmehr sei er in das Dorfgeschehen Riepes stark eingebunden, freut sie sich.
Seine Frau ist stolz auf ihren Mann
In der Region ist der 74-Jährige als Weihnachtsmann besonders beliebt, weil er durch seine ruhige, vertraute Art und sein Aussehen den Weihnachtsmann nach den Vorstellungen der Menschen am besten verkörpert. „Vor allen Dingen kommt er unwahrscheinlich gut bei den Kindern an, sie mögen ihn einfach“, sagte seine Marga stolz. Sie unterstützt seine vielfältigen Aktivitäten und freut sich, wenn es ihm dabei gut geht. „Den Weihnachtsmann zu spielen, ist etwas, was mir so richtig Spaß macht. Die Freude und das Lächeln der Kinder, wenn sie mich sehen, mit mir sprechen und mir zuwinken, ist durch nichts zu ersetzen“, betont Rudi Seeberg und freut sich schon auf die kommenden Wochen, wenn er unterwegs ist und sein Erscheinen mit einer goldenen Handklingel ankündigt. Doch unmittelbar nach Heiligabend kommt der Bart ab.
Denn Rudi Seeberg wäre nicht Rudi Seeberg, wenn er sich nur mit dem Job des Weihnachtsmannes zufriedengäbe. Der umtriebige Rentner kennt keine Langeweile, seine Freizeit ist mehr als ausgefüllt. Vor einigen Jahren übernahm er den Vorsitz des 23 mitgliederstarken Männerchores des TSV Riepe, der im September sein 40-jähriges Bestehen feierte.
Rudi Seeberg singt auch gerne
In seinen Händen liegt die Organisation der Übungsabende im Gemeindehaus und die Terminierung von Auftritten. Außerdem hält er den Kontakt zu befreundeten Vereinen aufrecht. Ein Höhepunkt für den Chor, der weltliche und kirchliche Lieder in seinem Repertoire hat, ist immer wieder das Singen an Heiligabend in der Riepster Kirche. „Singen ist Sauna für die Seele. Für mich ist es sehr entspannend, zwischen Gleichgesinnten zu sitzen und zu singen. Ich umgebe mich gerne mit Menschen, auch wenn ich nicht unbedingt der kontaktfreudigste bin. Man muss mich schon ein wenig aus der Reserve locken“, sagt lächelnd Rudi Seeberg, der im Ostfriesischen Chorverband unter anderem das Amt des Schriftführers bekleidet.
Zum Ausgleich hält er sich in der Gymnastikabteilung des TSV Riepe fit, einmal in der Woche wird trainiert. Die Grundvoraussetzungen dafür habe er schon als Kind gelernt. In Osteel, wo er geboren wurde und zur Schule gegangen war, habe er im Verein geturnt.
Rentner ist Mitglied in fünf weiteren Vereinen
Zurzeit ist Rudi Seeberg noch Mitglied in fünf Ihlower Vereinen: im SV Eintracht Ihlow, im TuS Westerende, im TSV Riepe, im BV Fahne und im Skatclub Ihlow. Über die Auricher Handball-Stadtmeisterschaften kam er einst zur Handballsparte des SV Eintracht Ihlow und war dort über Jahrzehnte als erfolgreicher Jugendtrainer und Schiedsrichter tätig. Zudem spielte er in dem Verein Fußball in der Altherrenmannschaft.
Rudi Seeberg erblickte das Licht der Welt 1948 in Osteel und wuchs dort mit dem in Deutschland sehr bekannten Schauspieler Siemen Rühaak auf. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Werkzeugmachers in Wuppertal bei der Firma Metzenauer und Jung, der er nach der Lehre bis zur Rente in der Auricher Filiale die Treue hielt.
Diese Kontinuität und Zuverlässigkeit setzte sich bei seinem Engagement in den Vereinen bis heute fort und brachte ihm sehr viel Respekt und Anerkennung ein.