Dehoga-Landesverband in Aurich Sorgen nach zwei starken Sommern
Die Hotel- und Gaststättenbranche schlittert nach Corona mit den Preissteigerungen in die nächste Krise. Beim Landesverbandstag in Aurich sehen sich die Vertreter trotz des Aufschwungs vor mehreren Problemen.
Aurich - Von einer neuen Normalität nach der Krise im Hotel- und Gaststättengewerbe geht der Dehoga aus. Vieles habe sich bereits verändert, sagte der Präsident des Dehoga-Landesverbands, Detlef Schröder, am Montag den ON. 250 Delegierte treffen sich derzeit in Aurich, um über Branchenthemen zu diskutieren. Auch für die Auricher Kreisvorsitzende, Mareike Zägel, ist klar, dass nach der Krise sich für die Betriebe einiges ändern wird.
Schon während der Pandemie zeigten sich die ersten Änderungen. Es werde kurzfristiger gebucht, sagte Zägel. Die Betriebe müssten sich zunehmend darauf einstellen und flexibel reagieren. Das zeigt sich aktuell wieder bei den Buchungen für Weihnachtsfeiern. Viele Firmen sind laut Schröder noch vorsichtig wegen Corona. Man könne es sich kaum leisten, dass durch eine Veranstaltung eine ganze Abteilung ausfalle.
Planungssicherheit ist entscheidend
Der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Dehoga, Rainer Balke, schaut trotz der Neuerungen optimistisch in die Zukunft. Sowohl in diesem Sommer als auch im Sommer 2021 sei das Geschäft für die Wirte in Ostfriesland „bombastisch“ gelaufen. Der Herbst sei ähnlich stark gewesen. Nun müsse man den Winter abwarten.
Durch die Spontanität wird die Kalkulation für die Wirte allerdings zunehmend zum Problem – nicht nur für die Unternehmer selbst, sondern auch für deren Personal. Das wolle ebenfalls Planungssicherheit, sagte Zägel. Bei der Aufstellung von Dienstplänen könne man aktuell aber nur schlecht abschätzen, wie voll das Lokal oder das Hotel in vier Wochen sein wird. Auf dieser Basis könne man nur schwierig Mitarbeiter einteilen.
Nicht nur die Koordinierung des Personals ist schwierig. Denn: Es müssen erst einmal Fachkräfte zum Arbeiten da sein. Seit der Corona-Pandemie erlebt die Branche einen Einbruch bei den Personalzahlen. Vor der Krise haben 200.000 Menschen im Hotel- und Gaststättengewerbe in Niedersachsen gearbeitet. Aktuell sind es laut Balke nur noch 185.000.