Berlin  Verbraucherschützer: Preiserhöhungen bei Lebensmitteln sind oft willkürlich

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 11.11.2022 12:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Wocheneinkauf wird immer teurer. Einen guten Grund gibt es dafür nicht. Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer
Der Wocheneinkauf wird immer teurer. Einen guten Grund gibt es dafür nicht. Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer
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Steigende Inflationswerte machen den Einkauf immer teurer. Verbraucherschützer kritisieren, dass es für Preiserhöhungen oft keinen guten Grund gibt.

Statt 2,49 Euro kostet die Marmelade jetzt 2,99. Das Sonnenblumenöl kostet 3,99 statt 2,29 Euro. Die Milch kostet pro Liter bis zu 50 Cent mehr. An Beispielen für die immer empfindlichere Teuerung bei Lebensmitteln mangelt es nicht. Wie zahlreiche Verbraucherschützer immer häufiger monieren, gibt es jedoch keine guten Gründe für die Preissteigerungen.

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert etwa in der „Süddeutschen Zeitung“, dass Aldi den Preis für Biomilch um 50 Cent erhöht hat. Zwar hätten die Bauern mit immer höheren Preisen für Energie und Futtermittel zu kämpfen, aber von der Preiserhöhung würden sie kaum etwas sehen. Nur 10 Cent des Aufschlages ginge an die Milchbauern. Auf Anfrage der Zeitung erklärt Aldi nur, dass „wir einzelne Preise nicht kommentieren“.

Sonnenblumenöl und andere Kochfette sind noch immer fast doppelt so teuer wie vor dem Krieg in der Ukraine. Auf dem Weltmarkt sei der Preis wieder auf das Vorkriegsniveau zurückgekehrt, erklärt Valet. Auch für höhere Marmeladenpreise gebe es keinen praktischen Grund: „Das kann nichts mit der Krise zu tun haben“. Die heute verkaufte Konfitüre sei schon lange produziert und abgefüllt gewesen.

Laut statistischem Bundesamt sind Lebensmittel im Vergleich zum November 2021 um 20 Prozent teurer geworden. Fast doppelt so viel, wie der Gesamtwarenkorb. Diese simple Zahl verschleiert aber massive Unterschiede, selbst beim selben Produkt. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW ergab etwa eine Preisspanne für ein Kilo Tomaten zwischen 1,11 Euro und 22,17 Euro. „Solche eklatanten Preisunterschiede am gleichen Tag in unterschiedlichen Supermärkten lassen sich nicht alleine durch höhere Herstellungskosten, Hamsterkäufe oder die Folgen des Ukrainekrieges erklären“, teilt die Verbraucherzentrale mit.

„Die Preisbildung für Lebensmittel ist in hohem Maße intransparent und spekulativ“, heißt es dort weiter. Alternativen für Verbraucher sind schwer zu finden. Die vier Unternehmen Edeka, Rewe, Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) sowie Aldi teilen sich über 70 Prozent des Marktes. „Der Verdacht liegt nahe, dass Händler und Hersteller die Inflation für ihre eigenen Zwecke nutzen“ , sagt Valet.

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