Eiserne Hochzeit Beim Tanzen in den 50ern funkte es
Sophie und Diederich Rademacher aus Großefehn feiern am Donnerstag, 10. November, einen besonderen Ehrentag: Vor 65 Jahren gaben sie sich das Ja-Wort.
Großefehn - Als Sophie und Diederich Rademacher sich am 10. November 1957 das Ja-Wort gaben, lag Freddy Quinn mit seinem Titel „Heimweh“ ganz weit vorne in der deutschen Hitparade. Und vermutlich erklangen seine Melodien damals auch schon aus der Musikbox im Gasthaus Joosten in Mittegroßefehn – dort hatte sich das Ehepaar zwei Jahre zuvor kennengelernt. So wie viele andere Paare in dieser Zeit auch. „Beim Tanzen“, erinnert sich Diederich Rademacher und lächelt.
Heute jährt sich der Tag ihrer Vermählung zum 65. Mal – sie feiern das besondere Fest der Eisernen Hochzeit. Die Zeit ihres Kennenlernens war auch die Zeit des sogenannten deutschen Wirtschaftswunders: Rock’n’Roll, Toast Hawaii und wirtschaftlicher Aufschwung nach den Kriegsjahren. Und doch ging es bei der Hochzeit des jungen Paares eher bescheiden zu.
Trauung im Elternhaus von Sophie Rademacher
„Den kirchlichen Segen erhielten wir in meinem Elternhaus“, sagt Sophie Rademacher. Haustrauungen seien damals nicht ungewöhnlich gewesen. Und da ihre Eltern neben Landwirtschaft und Brauerei auch eine kleine Gastwirtschaft besaßen, habe man im Anschluss an die Trauung auch dort essen und feiern können. „Es gab Kartoffelsalat und Würstchen“, sagt Sophie Rademacher und lacht.
Das diesjährige Ehejubiläum soll – wie auch schon die goldene und diamantene Hochzeit – dann doch etwas großzügiger gefeiert werden. So freut sich das Paar auf den Dankgottesdienst am Sonnabend und das anschließende gemeinsame Essen mit der großen Familie.
„Die Familie ist für uns das Wichtigste“
„Die Familie ist für uns das Wichtigste“, sagt Diederich Rademacher. Und seit der Eheschließung im November 1957 ist diese auch stetig gewachsen. Vier Kinder, sieben Enkelkinder und sogar zwei Urenkel zählen inzwischen zum großen Kreis. Alle helfen mit und sind füreinander da, so die beiden. Höhen und Tiefen habe es auch in ihrer Familie gegeben „Aber wir halten einfach immer zusammen.“ Das sei vielleicht auch das Geheimnis ihrer langen Ehe, sagen die beiden übereinstimmend und lächeln sich an. In der langen gemeinsamen Zeit seien sie gerne verreist – alleine oder auch in einer Gruppe. „Wir haben viel gesehen.“
Zudem ging das Paar in den vergangenen Jahren auch immer ganz unterschiedlichen Hobbys nach. Sophie Rademacher sei in ihrer Jugend und auch danach in der einstigen Mittegroßefehntjer Theatergruppe aktiv gewesen, erzählt sie. Später sang sie viele Jahre mit Begeisterung im ortsansässigen Frauenchor mit. Außerdem gehört das Kochen und Backen zu ihren Leidenschaften.
Diederich Rademacher, der beruflich zuletzt als Erzieher im Leinerstift tätig war, ist handwerklich geschickt. Er baut und bastelt bis heute gerne in seiner kleinen Holzwerkstatt hinter dem Haus – insbesondere Vogelhäuschen, mit denen er sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht hat. Für die Zukunft wünschen sich beide vor allem Gesundheit und noch viele gemeinsame Momente mit der Familie.