Hamburg  Messe in Hamburg: Große Kunst für kleines Geld

Dagmar Gehm
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Von Dagmar Gehm
| 09.11.2022 19:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Beitrag zur Energiekrise auf der Affordable Art Fair. Foto: dpa
Ein Beitrag zur Energiekrise auf der Affordable Art Fair. Foto: dpa
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Dass zeitgenössische Kunst nicht teuer sein muss, zeigt die 10. Affordable Art Fair Hamburg 2022. Die Messe der bezahlbaren Kunst findet vom 10. bis 13. November in der Hamburg Messe statt.

Maximal 7500 Euro dürfen die Werke dort kosten, manches Schnäppchen gibt sogar schon für 100 Euro. Gezeigt werden Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie. Außer Newcomer-Talenten stellen auch etablierte Größen aus, darunter David Hockney. 85 Galerien aus 17 Ländern präsentieren auf 5500 Quadratmetern nationale und internationale Künstler.

„Letztes Jahr waren es noch 70 Galerien“, freut sich Kunstmesse-Chef Oliver Lähndorf. Sammler nutzen den Marktplatz, um sich über neue Entwicklungen zu informieren. Welche Künstler auf der begehrten Messe ausstellen dürfen, bestimmt Lähndorf zusammen mit einem Komitee: „Der Mix muss stimmen: 20 Prozent kommen aus Hamburg, die Hälfte aus Deutschland, etwa 30 Prozent aus der ganzen Welt. Im Vordergrund steht die Qualität der Kunst.“

Ein Kriterium sind auch die Preise. „Es gibt relativ viel Kunst für 1000 Euro,“ sagt Lähndorf. „Ich achte sehr darauf, dass auch für die jüngeren kunstinteressierten Sammler etwas dabei ist. Die Galerien machen da gern mit.“

Wie die Galerie Magnus P. Gerdsen in Hamburg. „Wir waren von Anfang an dabei“, sagt Viola Gerdsen. „Damals ließen wir uns auf ein Abenteuer ein, weil sich die Messe an ein Publikum wendet, das wir von der Galerie her nicht kennen. In der Galerie denken die Besucher, dass sie etwas Schlaues zur Kunst sagen müssen. Hier können sie entspannt durchschlendern.“ Eines der Highlights ist die kuratierte Emerging Artists Ausstellung „Retrospektive 2012 – 2022“.

„Anlässlich der zehnten Affordable Art Fair zeigen wir auf 100 Quadratmetern zehn Hamburger Nachwuchskünstler aus zehn Jahren, die inzwischen etabliert sind und Galerien gefunden haben“, erklärt Kunstmessechef Lähndorf. „Extra aus Denver kommen die Low Bros, die 2012 dabei waren und inzwischen super bekannt sind. Künstler wie Robert Vellekoop haben Karriere gemacht, weil die Hamburger Galeristin Evelyn Drewes ihn bei uns entdeckt hat. Grit Richter war 2012 dabei, gerade ist sie in der Ausstellung ,Something new, something old, something desired‘ in der Kunsthalle vertreten.“

Eine eindrucksvolle Collage auf dem Boden hat Marc Einsiedel in der Retrospektive der Emerging Artists angefertigt: „Es sind Objekte aus Materialien, die nicht mehr angesagt sind, wie alte Pelze, Korallen, aber auch eine 30 Millionen Jahre alte Gogotte, eine Sandsteinformation.“

Auch die digitale Kunst NFT spielt auf der Messe eine Rolle. Am Sonnabend ist sie neben kostenlosen Führungen einer der Programmpunkte.

Messe Hamburg, 10. bis 13. November, Halle A (Eingang Lagerstraße Tor A3), Öffnungszeiten: Do. 12 – 22 Uhr, Fr. 12 – 20 Uhr, Sa. 11 – 20 Uhr, So. 11 – 18 Uhr. Eintritt regulär: 16 Euro. www.affordableartfair.de

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