Unterkunft für Asylsuchende  Geflüchtete in Auricher Jugendherberge eingezogen

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 09.11.2022 18:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Gemeinschaft erleben“ steht auf einem Schild vor der Jugendherberge in Aurich. Foto: Romuald Banik
„Gemeinschaft erleben“ steht auf einem Schild vor der Jugendherberge in Aurich. Foto: Romuald Banik
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Seit dem 1. November wohnen wieder Geflüchtete in der Auricher Jugendherberge. Unter ihnen sind laut der Landesaufnahmebehörde kaum Ukrainer.

Aurich - Asylsuchende sind wieder in die Auricher Jugendherberge eingezogen. Das bestätigt die Sprecherin der Niedersächsischen Landesaufnahmebehörde (LAB), Hannah Hintze, auf ON-Anfrage. Demnach sind aktuell 95 Menschen in der Jugendherberge am Ellernfeld untergebracht. Insgesamt gibt es 120 Plätze in der Auricher Einrichtung, so Hintze. Jedoch würden nicht alle besetzt. Aus einem ganz einfachen Grund: In der Jugendherberge seien aufgrund der Zimmergrößen hauptsächlich Familien untergebracht. Wenn eine vierköpfige Familie in ein Sechs-Bett-Zimmer einziehe, würden die übrigen zwei Plätze verständlicherweise nicht mit fremden Personen aufgefüllt, sagte Hintze.

Aus welchen Nationen die Asylsuchenden stammen, konnte Hintze am Mittwoch nicht sagen. Im System seien die Jugendherbergen noch nicht eingepflegt, weshalb eine Überprüfung einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Sie gehe aber davon aus, dass wenige oder sogar keine Ukrainer unter den Bewohnern sind. In den Jugendherbergen würden hauptsächlich Menschen untergebracht, die das langwierige Asylverfahren durchlaufen müssten. Dank des Schengener Abkommens sei das bei Ukrainern kaum der Fall. Das garantiert ihnen in Deutschland für einen bestimmten Zeitraum Reisefreiheit. Erst wenn sie Sozialleistungen empfangen wollen, müssen sie sich in einem Erstaufnahmezentrum wie zum Beispiel in Utlandshörn registrieren.

Nicht zum ersten Mal Unterkunft für Geflüchtete

Schon im vergangenen Winter und Frühjahr waren Asylsuchende in der Auricher Jugendherberge untergebracht. Damals stammten sie hauptsächlich aus Irak, Afghanistan und Syrien.

Bis voraussichtlich Ende März sollen Geflüchtete in der Jugendherberge untergebracht werden. Die jetzigen Bewohner sollen aber nicht so lange dortbleiben. Sie sollen so schnell wie möglich weiterverteilt werden. Dabei bleiben sie nicht zwangsläufig im Landkreis Aurich, sagte Hintze. Die Verteilung laufe niedersachsenweit.

Die Lage in den Einrichtungen der LAB sei überall gerade angespannt, sagte Hintze. Für zahlreiche Menschen müssten Unterkünfte gefunden werden. Bei der Verteilung auf die Kommunen sollen zudem die Wünsche der Asylsuchenden berücksichtigt werden. Zum Beispiel spiele es eine Rolle, wenn bereits ein Familienmitglied in einer Kommune lebe.

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