Hamburg  Kunstwerke von Oligarchenjacht bei Razzia entdeckt

Sören Becker
|
Von Sören Becker
| 08.11.2022 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wem gehört die Luxusjacht „Dilbar“? Foto: Sina Schuldt
Wem gehört die Luxusjacht „Dilbar“? Foto: Sina Schuldt
Artikel teilen:

Bei einer Razzia im Zusammenhang mit der beschlagnahmten Jacht eines Oligarchen in Hamburg wurde wohl ein wertvoller Kunstschatz entdeckt. Darunter auch Gemälde von Chagall.

Die Mega-Jacht „Dilbar“ beschäftigt Ermittler bereits seit Monaten. Noch immer ist unklar, wem sie genau gehört. Offiziell ist sie auf die Schwester des Oligarchen Alischer Usmanow gemeldet, doch Ermittler gehen davon aus, dass sie tatsächlich ihrem reichen Bruder gehört.

Gegen diesen wurden nicht nur EU-Sanktionen verhängt, er wird auch der Steuerhinterziehung und Geldwäsche verdächtigt. Nun wurde ein weiterer Schatz, der ihm gehören soll, beschlagnahmt.

Wem das Schiff gehört, sollte bei einer Razzia in einer Hamburger Spedition geklärt werden. Im Zuge der Durchsuchung wurde jedoch ein millionenschwerer Kunstschatz entdeckt. Dieser enthält insgesamt 30 Werke bedeutender Maler, darunter auch des russisch-französischen Malers Marc Chagall. Diese sollen sich auf der „Dilbar“ befunden haben, als das Schiff 2021 zur Generalüberholung bei der Werft Blom+Voss eingelagert wurde.

Gegenüber dem NDR streitet ein Sprecher von Usmanow ab, dass die Bilder seinem Chef gehören. Deswegen habe man sie auch nicht bei den deutschen Behörden anzeigen müssen.

Am Dienstag durchsuchten Ermittler weiterhin Standorte der Großbank UBS in Frankfurt und München. „Wir bestätigen, dass in den Räumlichkeiten der UBS-Europe-SE-Niederlassungen in Frankfurt und München derzeit staatsanwaltschaftliche Durchsuchungen stattfinden. Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden und bitten um Verständnis, dass wir uns zur Sache aktuell nicht weiter äußern können“, teilte eine Sprecherin des Geldhauses auf Anfrage mit.

Schon im Sommer hatte es Aufregung um angebliche Fabergé-Eier gegeben, die bei einer Durchsuchung seiner Villa am Tegernsee gefunden worden waren. Diese stellten sich nach Untersuchungen der Behörden als Nachbildungen heraus. Dennoch spricht die Staatsanwaltschaft davon, dass die Eier „einen nicht unerheblichen Wert haben“ und hätten gemeldet werden müssen.

Usmanow lässt seinen Pressesprecher darauf bestehen, dass es sich um Souvenirs für Verwandte in Usbekistan handelt, „die wenige tausend Euro wert seien“.

Ähnliche Artikel