Neue Fahrkarte im ÖPNV VEJ hält Deutschlandticket für gutes Angebot
Der Verkehrsverbund Ems-Jade und Auricher Busunternehmen sind von dem 49-Euro-Ticket überzeugt – auch wenn einige für sie wesentliche Fragen noch offen sind.
Aurich - Zum monatlichen Preis von 49 Euro soll es mit Beginn des kommenden Jahres einen bundesweit gültigen Fahrschein für den Öffentlichen Nahverkehr geben. Das sogenannte Deutschlandticket soll Nachfolger des Neun-Euro-Tickets, das es von Juni bis August dieses Jahres zu kaufen gab, werden.
Sowohl der Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ) als auch Auricher Busunternehmen sind von dem Angebot überzeugt. „Ich gehe davon aus, dass das ein gutes Angebot ist“, sagt Jens Buß, Geschäftsführer der Kreisbahn Aurich und Mitglied im Vorstand des VEJ. Er ist mit dem vorgesehenen monatlichen Preis von 49 Euro zufrieden. Buß glaubt, dass man auch in den Bussen Ostfrieslands einen Effekt des Deutschlandtickets spüren wird. Zumal damit, anders als beim Angebot des diesjährigen Sommers, eine langfristige Lösung gefunden werden soll. Das 49-Euro-Ticket soll zunächst zwei Jahre gültig sein.
Moderate Auswirkungen erwartet
Auch Jochen Edzards, Geschäftsführer vom Esenser Busunternehmen Edzards Reisen, das einige Linien in Aurich betreibt, begrüßt das geplante Angebot. Welchen konkreten Effekt es auf die Region und sein Unternehmen haben wird, kann er am Freitag noch nicht abschätzen. Durch den deutlich höheren Preis gegenüber dem Neun-Euro-Ticket erwarte er moderate Auswirkungen, so Edzards.
Das Spar-Ticket des Sommers zeigt in den beiden Unternehmen noch Effekte. Vor allem auf Strecken, die kürzlich neu strukturiert wurden, habe man seit dem Sommer deutlich höhere Fahrgastzahlen, so Edzards mit Blick auf Verbindungen zwischen Esens, Aurich und Emden.
Zum 49-Euro-Ticket sind bei den ostfriesischen Busunternehmen jedoch auch noch viele Fragen offen.
Frage nach der Finanzierung
Die geplante Einführung der bundesweiten Fahrkarte für monatliche 49 Euro zum 1. Januar hält Buß für „mehr als unwahrscheinlich“. Nicht zuletzt weil die Tarife erst noch von einer Behörde in Hannover genehmigt werden müssen.
Sowohl für Buß als auch Edzards stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Denn bisher haben sich Bund und Länder nur auf das Gesamtbudget geeinigt. Wie die Verkehrsunternehmen einen vollen Ausgleich ihrer Mindereinnahmen erhalten soll, ist laut dem Geschäftsführer der Auricher Kreisbahn derzeit noch vollkommen offen.
Weitere Belastung für Busunternehmen nicht tragbar
Zudem fehlt es laut Buß auch an einem zusätzlichen Ausgleich bei steigenden Kosten. Dazu kommt es zum Beispiel, wenn größere oder zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt werden müssen. Dieses Problem gab es bereits während der Gültigkeit des Neun-Euro-Tickets im Sommer. Die Mindereinnahmen wurden damals ausgeglichen.
Hinzu kommen für die Busunternehmen auch steigende Kraftstoff- und Energiekosten. Es sei eine zwingende Voraussetzung für die Einführung des Tickets, dass die finanziellen Risiken nicht auf die Unternehmen verlagert würden, so Buß. Denn weitere Belastungen seien für sie nicht mehr tragbar.
Für Edzards verschärfen sich mit dem kommenden Angebot auch immer da gewesene Probleme. Da das Ticket langfristig geplant ist, müsse sich mit einer steigenden Nachfrage auch das Angebot verändern. Das betreffe einerseits die Anpassung von Kapazitäten, aber auch die Schaffung von Nahverkehrsangeboten dort, wo es heute nur ein sehr eingeschränktes Angebot gibt, so Edzards. Auch Buß sagt: „Es ist auch nicht förderlich für den ÖPNV wenn jemand stehengelassen werden muss.“