Kreisparteitag der CDU  Scharfe Kritik und besorgte Blicke

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 05.11.2022 16:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
CDU-Kreischef Dr. Joachim Kleen beim Parteitag. Foto: Neelke Harms
CDU-Kreischef Dr. Joachim Kleen beim Parteitag. Foto: Neelke Harms
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Beim Kreisparteitag übte die Kreis-CDU am Sonnabend scharfe Kritik an der Bundes- und Landesregierung, schaute aber auch besorgt in eigene Reihen – was sich in der Partei nun tun soll.

Großheide - Zufrieden mit dem Ergebnis der vergangenen niedersächsischen Landtagswahl war am Sonnabendvormittag wohl kaum einer im Saal der Großheider Gaststätte „Groons Gaststuuv“. Denn dort fand am Wochenende der diesjährige CDU-Kreisparteitag statt.

Neben kritischen Blicken in Richtung der Landes- und Bundesregierung schauten die Christdemokraten dabei auch in eigene Reihen. Denn den größten Teil ihrer ehemaligen Wähler haben sie in diesem Jahr in die Nichtwählerschaft verloren. Mit den Worten „Hättet ihr mal CDU gewählt, dann hätten wir jetzt eine vernünftige Regierung“, richtete der Kreisparteichef Dr. Joachim Kleen sich an alle, die ihre Stimme im Oktober nicht abgegeben hatten.

Viele Austritte in den vergangenen zwei Jahren

Woran hat es gelegen? Diese Frage stellten sich die Christdemokraten am Sonnabend mit Blick auf das für sie ernüchternde Ergebnis der zurückliegenden Wahl. Remelser Landtagsabgeordneter der CDU UIf Thiele hatte darauf eine Antwort. „Wir haben uns nicht rechtzeitig von Stephan Weil abgesetzt“, sagte er in Großheide. Aufgrund der aktuellen Krisensituation hätten sich viele Bürger hinter den amtierenden niedersächsischen Ministerpräsidenten der Sozialdemokraten gestellt, um ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität zu spüren.

Remelser Landtagsabgeordneter der CDU UIf Thiele. Foto: Neelke Harms
Remelser Landtagsabgeordneter der CDU UIf Thiele. Foto: Neelke Harms

Der Mitgliederbeauftragte der Kreis-CDU, Hayo Wiebersiek, berichtete am Sonnabend von den Entwicklungen innerhalb der Partei in den vergangenen zwei Jahren. Während sie im Jahr 2020 noch 750 Mitglieder zählte, sind es laut Wiebersiek nun noch 684. Nur ein Viertel davon sind Frauen. Die wenigsten Mitglieder hat die Kreispartei im Alter von unter 40 Jahren. Nur eines ist derzeit unter 20 Jahren alt. „Da müssen wir ran“, so Wiebersiek mit Blick auf die Entwicklung. In den kommenden Monaten sollen Treffen mit allen Mitgliederbeauftragen der CDU aus dem Kreis sowie Workshops stattfinden. Wie es danach weiter geht, ist noch offen. Wiebersiek appellierte an alle Mitglieder, sich um neue zu bemühen.

Kleen: Ostfriesland ein Raum für Arbeit, Wohnen und Wirtschaft

Kleen sagte dazu: „Wir müssen wieder verstehen, was die Menschen antreibt und wo der Schuh drückt.“ Es gehe darum, im Gespräch zu bleiben – sowohl untereinander als auch mit den Bürgern.

Ein Thema, das für ihn auf kommunaler Ebene eine große Rolle spielt, ist unter anderem die befürchtete Flüchtlingswelle. Es irritiere ihn, davon auf Bundes- und Landesebene kaum etwas zu hören, während die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine eine dauerhafte Rolle spielen, sagt Kleen. Der Kreisparteichef betonte zudem, dass Ostfriesland als ländliche Region nicht nur ein Raum für Naturschutz, sondern vor allem auch für Arbeit, Wohnen und Wirtschaft sei. In diesem Zusammenhang sprach er sich für die geplante Auricher Ortsumfahrung B 210 n aus. Das Projekt solle nicht beerdigt werden, „nur weil Grüne in der Regierung sind“, so Kleen.

CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Buschmann auf dem Kreisparteitag der Christdemokraten. Foto: Neelke Harms
CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Buschmann auf dem Kreisparteitag der Christdemokraten. Foto: Neelke Harms

Dafür, dass die Forderungen der Christdemokraten auf Landesebene Gehör finden, wollen die Abgeordneten Saskia Buschmann und Ulf Thiele zukünftig sorgen. Mit den Worten „Es kommt auf uns an. Gehen wir an die Arbeit“, schloss Kleen den Kreisparteitag.

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