Bauvorhaben auf grüner Wiese Seniorendorf in Marienhafe immer wahrscheinlicher
Ein Koblenzer Unternehmen plant ein millionenschweres Wohnprojekt. Eine entscheidende Hürde wurde jetzt genommen.
Marienhafe - Es scheint etwas zu werden mit dem Großprojekt auf der grünen Wiese an der Kirchstraße in Marienhafe: Das Koblenzer Unternehmen Inovavita beabsichtigt dort den Bau eines Senioren-Wohnparks. Etwa 40 Wohnungen sollen entstehen (wir berichteten). Jetzt hat das millionenschwere Bauprojekt eine erste entscheidende Hürde genommen. Wie Inovavita-Geschäftsführer Dirk Hillesheim auf Anfrage mitteilte, seien alle Verträge unter Dach und Fach. Die Kontrakte seien in der vergangenen Woche beurkundet worden.
In der nächsten Sitzung des Marienhafer Gemeinderats, die derzeit für den 24. November (18 Uhr, kirchliches Gemeindehaus) geplant ist, will Hillesheim die Pläne öffentlich vorstellen. Er hoffe, dass der Marienhafer Rat bereits an diesem Abend den Beschluss zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans fassen wird. Der ist notwendig, damit das Projekt verwirklicht werden kann.
40 Wohnungen geplant
Wie Hillesheim den ON im Mai dieses Jahres sagte, sollen rund 40 Wohnungen entstehen. Der Inovavita-Geschäftsführer und seine Frau Marie Josée Didden haben sich zum Ziel gesetzt, Wohnkonzepte für ein gutes Leben im Alter zu entwickeln. „Menschen sollen in den von uns entwickelten und begleiteten Wohnformen ihr neues zu Hause finden“, sagte Hillesheim. Ältere Menschen könnten sich in dem „Seniorendorf“ Wohnraum mieten oder kaufen und ihre persönlichen Möglichkeiten und Wünsche umsetzen, heißt es. Bei Bedarf werden ihnen auch stationäre und ambulante Pflegeleistungen angeboten.
Geplant sind barrierefreie Bungalows mit bis zu 100 Quadratmeter Wohnraum, bis zu 70 Quadratmeter große Wohnungen und Gemeinschaftseinrichtungen, die alle nutzen können. „Wir bauen keine Nobelresidenzen“, betonte Hillesheim. Die Betreuungsleistungen seien für alle gleich. Jeder solle sich das Wohnen im Alter dort leisten können. Auch entstehe kein „isoliertes Getto“, sondern ein Quartier mit Anschluss an den Ort. Knapp 30 Millionen Euro sollen in Marienhafe investiert werden. Die Inovavita plant und vermittelt. Das Geld kommt von anderen. „Bedarf und Kapital sind da. Wir brauchen uns nicht anstrengen, um Investoren zu finden“, sagte Hillesheim.
Land gehört noch Landwirt
Das Land gehört noch dem Marienhafer Landwirt Johannes von Essen. Von Essens Grundstück sei für ihr Konzept bestens geeignet, so Hillesheim. Zuletzt hatte von Essen gezögert, es der Inovavita zu überlassen. Denn einen Teil seines 3,9 Hektar großen Areals soll die Gemeinde Marienhafe erhalten. Die will, wie berichtet, östlich der Umgehungstraße und der geplanten parallel verlaufenden Entlastungsstraße Platz für Gewerbebetriebe ausweisen. Sie sollen offenbar eine Art Lärmschutz für das östlich davon liegende Seniorendorf bilden.
Die dafür benötigte Fläche (rund 1,45 Hektar) bekomme die Gemeinde von ihm im Tausch gegen eine etwa gleich große Fläche am Hingstlandsweg, erklärte von Essen im Mai. Seit Februar wartete er darauf, dass ihm die Verwaltung die Tauschvereinbarung vorlege, so von Essen damals. Erst wenn das Geschäft mit der Gemeinde perfekt sei, sei er bereit für den Deal mit der Koblenzer Inovavita. Ein Vertragsentwurf für die rund 2,45 Hektar Land liege ihm vor. Das Angebot gelte befristet bis Ende 2023. „Wir haben eine Lösung gefunden“, sagte Hillesheim, der weitere Einzelheiten zu dem Projekt Seniorendorf in der Ratssitzung nennen will.
Von Essen bestätigte, dass der Tausch zwischen der Gemeinde Marienhafe und ihm im September notariell beurkundet worden sei. Die Gemeinde bekomme noch eine zu vermessende Teilfläche und er ein Stück am Hingstlandsweg. Mit der „Inovavita“ gebe es einen Vertrag, der zur Ausführung komme, wenn das Unternehmen eine Genehmigung erhalten sollte. „Da ist alles offen“, so von Essen.