Plan unter Dach und Fach Fläche frei für Edeka und Rossmann
Marienhafer Rat verabschiedete Bebauungsplan für Gelände am südlichen Ortseingang. Wie es jetzt weitergeht.
Marienhafe - Nach einem langwierigen Verfahren ging am Ende alles schnell: Einstimmig und kommentarlos hat der Rat der Gemeinde Marienhafe am Dienstagabend den vorhabenbezogenen Bebauungsplan (Nummer 0223, „Nahversorgungszentrum“) als Satzung beschlossen. Er umfasst das rund 15.600 Quadratmeter große frühere Toom-Gelände an der Rosenstraße. Damit ist die kommunale Bauleitplanung für diesen Bereich am südlichen Ortseingang abgeschlossen und eine weitere Voraussetzung geschaffen, um die neuen Edeka- und Rossmann-Märkte bauen zu können.
Vor der Abstimmung hatte Bauamtsmitarbeiter Markus Schwarz den Ratsleuten die zu dem Plan eingegangenen Stellungnahmen und Anmerkungen vorgestellt. Laut Schwarz wird die Fläche nicht mehr wie bisher zu 100, sondern nur noch zu 95 Prozent versiegelt.
Vertrag mit Investor
Die für den Bebauungsplan notwendige Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde hatte der Samtgemeinderat bereits Mitte September einstimmig durchgewinkt (wir berichteten). Ebenfalls am Dienstag genehmigte der Marienhafer Gemeinderat einen sogenannten Durchführungsvertrag zwischen ihr und der 27. Planbau GmbH, über die der Bau abgewickelt werden soll. Sie sei eine 100-prozentige Tochter der Edeka-Minden-Hannover, erklärte Marienhafes Gemeindedirektor Gerhard Ihmels.
Der Durchführungsvertrag, der ein städtebaulicher Vertrag ist, regelt laut Ihmels „das Prozedere“. Die geplanten Gebäude stünden hinsichtlich Größe und Gestaltung fest. „Da kann nichts anderes passieren“, sagte Ihmels. Auch regelt der Durchführungsvertrag, dass die Kosten für die Erstellung des Bebauungsplans und aller dafür erforderlichen Gutachten von den Eigentümern und Investoren zu tragen sind. Die Planung sei für die Gemeinde kostenneutral, betonte Ihmels.
Blindgänger
In der vergangenen Woche hatten Mitarbeiter einer auf Kampfmittelräumung spezialisierten Firma aus Hannover das frühere Toom-Gelände auf mögliche Blindgänger aus dem Weltkrieg im Boden überprüft (wir berichteten).
Auf den Beschluss für den Bebauungsplan warten die Verantwortlichen bei der Edeka Minden-Hannover bereits seit Längerem händeringend. Grund: Erst wenn die kommunale Bauleitplanung abgeschlossen ist, erteilt der Landkreis Aurich die Baugenehmigung, an der wiederum der Baustart hängt. Der hätte bekanntlich längst sein sollen und war zuletzt für September geplant.
Baustart
Wann die Baufirmen anrücken, steht nach wie vor nicht genau fest. Die Edeka-Zuständigen hoffen, dass es noch in diesem Jahr losgehen kann. In der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung erkundigte sich der frühere Marienhafer SPD-Ratsherr Jürgen Lübben (heute „Moin“) nach dem Termin für den Spatenstich, erhielt aber nicht die erhoffte Auskunft. „Zunächst muss man eine Baugenehmigung haben. Wir sind nicht Bauherr“, antwortete ihm Ihmels.