Osnabrück Auszeichnung für Restaurants, Cafés, Gasthöfe und Bistros
Eigentlich war sie nie ganz weg. Viele Gastronomen haben die Familienfreundlichkeit über die Jahre weitergelebt - und dieses mit dem Zertifikat nach außen auch weiterhin deutlich gemacht.
Doch jetzt geht es wieder richtig los: Erste Cafés, Restaurants, Gasthöfe und Bistros, die in der Vergangenheit die Auszeichnung erhalten hatten, wurden bereits vom Familienbündnis der Region angeschrieben und auf die Möglichkeit der Re-Zertifizierung aufmerksam gemacht, weitere werden folgen.
Zur Erinnerung: Die Auszeichnung Familienfreundliche Gastronomie wurde erstmals 2011 durch das Familienbündnis der Stadt Osnabrück vergeben. 2012 schloss sich der Landkreis Osnabrück dem Projekt an. Ziel war und ist es, den Familien eine besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegen zu bringen. Für die Zertifizierung wurden Kriterien entwickelt, die bis heute überwiegend ihre Gültigkeit besitzen. Es geht dabei um eine kinderfreundliche Atmosphäre, die Bereitstellung von Spiel- oder Malmöglichkeiten, kindgerechte Speisenangebote auf der Speisekarte und vieles mehr.
Viele Gastronomen konnten sich für dieses Projekt begeistern, wurden zertifiziert und machten ihre Familienfreundlichkeit direkt an der Eingangstür mit einem Aufkleber und der dazugehörigen Urkunde im Gastraum für alle Gäste sichtbar.
Aufgrund von Anfragen aus der Gastronomieszene in Osnabrück wird die Auszeichnung zur Familienfreundlichen Gastronomie nun wieder vom Familienbündnis aufgenommen. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus der Gastronomie, der DeHoGa, dem Nachtbürgermeister der Stadt Osnabrück, der Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land und Bürgerinnen und Bürgern der Region wollen wir Familien bei der Orientierung unterstützen, in welchen Cafés, Restaurants, etc. sie mit ihren Anforderungen und Bedürfnissen besonders willkommen sind. Dazu wurden die Kriterien für das Zertifikat überarbeitet und den Anforderungen von heutigen Familien angepasst. Dabei wurden auch die Bedürfnisse der Großelterngeneration mit in den Blick genommen, da diese nicht selten gemeinsam mit ihren Enkelkindern ein Café oder ein Restaurant aufsuchen. Regelmäßig werden die neu- oder re-zertifizierten Gasthäuser, Bistros, etc. auf Wunsch im Klecks-Familienmagazin vorgestellt.
Erste Re-Zertifzierungen haben im Gasthaus Beckmann in Wallenhorst und im Café/Restaurant am Rubbenbruchsee in Osnabrück stattgefunden. Im Folgenden ein paar Eindrücke für Sie.
Der Nachtbürgermeister der Stadt Osnabrück, Jakob J. Lübke, ist Partner des Familienbündnisses und nimmt an den Zertifizierungsverfahren der Familienfreundlichen Gastronomie als Jurymitglied teil. Er ist überzeugt: „Familienfreundliche Gastronomie ist für mich als Nachtbürgermeister ein ganz besonderes Thema. Corona ist gerade für Kinder und Familien, aber auch für die Osnabrücker Gastronomie herausfordernd. Dass wir in der aktuellen Situation sowohl Gastronomen mit unserer Auszeichnung unterstützen dürfen und gleichermaßen Familien Sicherheit geben und ihnen ihre neuen Lieblingsgastronomien vorstellen können, freut mich besonders.“
Weitere in der Vergangenheit zertifizierte gastronomische Betriebe können sich darüber freuen, in den nächsten Wochen eine Mail vom Familienbündnis mit der Frage nach dem Interesse an einer Re-Zertifizierung zu erhalten.
Helfen Sie mit, familienfreundliche Gastronomiebetriebe ausfindig zu machen. Bewerben Sie sich bei uns um die Auszeichnung Familienfreundliche Gastronomie oder geben Sie uns einen Tipp, welches Restaurant oder Café in unserer Region diese Auszeichnung verdient hätte.
Johannes Beckmann, Inhaber des Gasthauses Beckmann am Voßberg in Wallenhorst hat sich sehr über die Möglichkeit der Re-Zertifizierung gefreut und war kurzfristig bereit, das dazu erforderliche Gespräch mit einer Besichtigung des Gasthauses zu führen. Als seine eigenen Kinder klein waren, habe die Familie sich in der Gastronomie häufig nicht wohl und willkommen gefühlt. Das habe er sehr bedauert und so sei die Idee entstanden, ein Restaurant zu verwirklichen, in dem Kinder ehrlich willkommen sind und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. „Das Konzept der Kinder- und Familienfreundlichkeit wird in meinem Haus nun schon seit fast 40 Jahren aktiv und ehrlich gelebt“, so Beckmann. Und das ist für die auszeichnende Jury deutlich erkennbar. So ist eine Wickelmöglichkeit sowohl auf der Damen- als auch auf der Herren-Toilette zu finden. Windeln bekommen Eltern bei Bedarf auch noch dazu. Die Babynahrung kann aufgewärmt werden und es stehen eine Reihe von Kindergerichten und Getränken auf der Speisekarte. Auch ein „Räuberteller“ kann bestellt werden, bei dem die Kinder vom Teller der Eltern mitessen dürfen. Sehr beeindruckend ist der große Spielplatz, der bei schönem Wetter zum Schaukeln, Rutschen, Ballspielen und vielem mehr einlädt. Doch die jungen Gäste kommen auch bei schlechterem Wetter nicht zu kurz. Im Gastraum gibt es eine Spielecke für die kleineren Kinder und es stehen Gesellschaftsspiele für alle Altersgruppen zur Verfügung. Das Personal ist darauf bedacht, die Kinder stets freundlich anzusprechen und ihre Wünsche zu erfüllen.
Inzwischen verbringen ganze Schulklassen aus der Region hier Vormittage, um sich nach dem Schulstart besser kennenzulernen. Oder sie feiern zum Ende der vierten Klasse den Abschied mit einem Grillnachmittag im Gasthaus Beckmann. Auch Kindergeburtstage werden hier sehr gerne gefeiert, bei schlechtem Wetter sind dabei die Kegelbahnen des Gasthauses eine sehr beliebte Alternative zum Spielplatz draußen.
Ljubica Kenk ist seit Juli 2021 Inhaberin des Café - Restaurant am Rubbenbruchsee. Zuvor hat sie 27 Jahre in Köln gelebt und ist nun zurück in ihrer Heimat. Auch ihr ist die Familienfreundlichkeit wichtig, weil sie eigene Erinnerungen an Restaurantbesuche mit ihren Kindern hat, die nicht immer ganz zufriedenstellend waren. Deshalb ist es ihr heute wichtig, dass Kinder in ihrem Haus laut sein dürfen. Gäste, die einen ruhigen Tisch wünschen, muss sie dagegen auch manchmal enttäuschen. Kinder werden im Café-Restaurant am Rubbenbruchsee immer persönlich und selbstverständlich freundlich begrüßt. Auf der Speisekarte können die kleinen etwas ganz Besonderes entdecken. Dort wird eine „Schatztruhe“ für sie bereitgehalten. Darin enthalten sind Chicken Nuggets, Pommes, ein Lolli, ein Luftballon und eine kleine Überraschung.
Kenk berichtet, dass alle Speisen auf der Speisekarte auch in kleinen Portionen bestellt werden können. Außerdem plant sie auch gesunde Alternativen zu Pommes und Nuggets auf der Kinderkarte. Familienfreundliche Merkmale in der Gastronomie sind für sie darüber hinaus die Wickelgelegenheit in den Sanitärbereichen beider Geschlechter, eine kleine, aber feine Auswahl an Spiel- und Malmöglichkeiten, ein Kühlpack oder Pflaster bei kleineren Schrammen anzubieten und vieles mehr.
Der Besuch in ihrem Haus sei für die Familien häufig ein Highlight, weil er mit einem Spaziergang um den See oder den Besuch des neu gestalteten Spielplatzes in der Nähe des Hauses verbunden werde. Inhaberin Kenk freut sich schon jetzt, im Frühling wieder die Tretboote auf den See lassen zu können und den Familien den Ausflug zum See damit noch attraktiver zu machen. „Sobald keine Frostgefahr mehr besteht, sind die Boote draußen!“, so Kenk.
In Kooperation mit den Betreibern des Minigolfplatzes bietet sie auch Kindergeburtstage am See an. Die Kinder spielen zunächst Minigolf, besuchen den Spielplatz und kommen dann für die Torte oder einen warmen Snack in ihr Haus. Auf Wunsch wird die Torte auch direkt zum Minigolfplatz gebracht, Gastwirtin Kenk ist hier sehr flexibel.
Lernen Sie noch mehr familienfreundliche Arbeitgeber der Region Osnabrück kennen.