Panne bei Sanierungsgroßprojekt  Die Auricher Desaster-Baustelle

Stephan Schmidt
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Ein Kommentar von Stephan Schmidt
| 22.10.2022 10:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Baustelle auf der Fockenbollwerkstraße sorgt für Ärger. Foto: Romuald Banik
Die Baustelle auf der Fockenbollwerkstraße sorgt für Ärger. Foto: Romuald Banik
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Die Planungen für die Großbaustelle an einer der Hauptverkehrsadern der Stadt Aurich entwickeln sich zum Desaster. Dabei macht die Stadtverwaltung keine gute Figur. Ein Kommentar.

Mehrere Monate Verzögerung und ein drohender Baustopp: Die Planungen für die Baustelle Fockenbollwerkstraße sind ein Desaster. Man fasst sich an den Kopf und fragt sich, wie so etwas nach Jahren der Vorbereitung bei einem Projekt dieser Dimension passieren kann.

Experten eines Planungsbüros haben übersehen, dass die Straße nach dem Umbau tiefer liegt. Die Folge: Die Schicht zwischen neuer Fahrbahn und dem bereits im Erdreich liegenden Regenwasserkanalrohr ist zu dünn, die Straße könnte später einbrechen. Peinlich. Aber die Schuld liegt nicht allein beim Planungsbüro. Auch die Stadt macht in der Geschichte keine gute Figur.

Hat die Stadt das Problem ignoriert?

Denn offenbar ist sie auf das Problem schon im Vorfeld angesprochen worden. So sagt es Frank Buchholz, Leiter der Landesstraßenbaubehörde in Aurich. Allerdings sei von der Stadt keine Reaktion darauf gekommen. Wenn das stimmt, wäre das ein Skandal.

Die Stadt gibt sich von all dem überrascht, weist alle Schuld von sich und zeigt mit dem Finger auf das Planungsbüro. Das müsse für den Fehler haften. Das mag juristisch stimmen. Aber die Stadt kann sich nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen. Sie hätte die Planungen des Büros überprüfen müssen, gerade bei so einem Großprojekt an einer der meist befahrenen Auricher Straßen. Und erst Recht, nachdem sie auf das Problem mit dem Regenwasserrohr aufmerksam gemacht worden war. Aber da hat es mit der Kommunikation wohl nicht so richtig geklappt. Auch in der Folge hat sich die Stadt in Sachen Kommunikation nicht mit Ruhm bekleckert, als sie erst nach und nach den Fehler komplett offenlegte.

Applaus hat die Stadt nicht verdient

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und die Stadt bemüht sich nach Kräften, schnell eine Lösung zu finden. Das muss sie auch, damit die Belastungen für Anwohner und Geschäfte nicht länger als unbedingt nötig andauern. Applaus hat sie dafür nicht verdient. Das ist ihre Pflicht.

Bleibt zu hoffen, dass sich keine weiteren bösen Überraschungen ergeben. Denn ein breiteres Kanalrohr an einer Stelle zu verlegen, an der ohnehin schon viele Leitungen liegen, ist vermutlich nicht ganz so einfach. Die Akte Fockenbollwerkstraße ist noch lange nicht geschlossen.

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