Suche nach Blindgängern Explosivem auf der Spur
Auf dem früheren Toom-Gelände in Marienhafe, wo ein neuer Edeka-Markt entstehen soll, bohrten in dieser Woche Fachleute systematisch viele Löcher. Wie die Suche ausging.
Marienhafe - Was aussieht wie das Werk von Maulwürfen, ist das Ergebnis systematischer und konzentrierter Suche: Alle paar Meter drückt ein Bagger eine Bohrstange in den Boden, die schlammigen Untergrund in Haufenform zu Tage fördert. In die Löcher werden blaue Stangen eingeführt – Sonden, die metallische Gegenstände in einer Tiefe bis zu acht Meter erkennen können. Gesteuert und überwacht wurde das alles von Mitarbeitern einer auf Kampfmittelräumung spezialisierten Firma aus Hannover. Sie überprüften in dieser Woche das frühere Toom-Gelände an der Rosenstraße in Marienhafe auf mögliche Blindgänger aus dem Weltkrieg im Boden.
Die sogenannte kampfmitteltechnische Freigabe ist notwendig, um die neuen Edeka-Rossmann-Märkte sicher bauen zu können. Der Bereich, auf dem der Rossmann-Markt entstehen soll, war bereits anhand von historischen Luftbildern überprüft und für unbedenklich erklärt worden. Dort, wo bis zum Frühjahr das Toom-Gebäude stand, war das nicht mehr möglich.
Sonden spürenBlindgänger im Boden auf
Stattdessen wurde an den Stellen, an denen später Fundamente gegründet werden sollen, erschütterungsarm gebohrt. Bei dieser Bohrlochsondierung arbeitete sich die von dem Bagger angetriebene Flachförderschnecke in den Boden vor. Bei etwaigen Widerständen würde sie sofort stoppen. Zur Ortung der Kampfmittel werden empfindliche Sonden eingesetzt, die auf Metall reagieren.
Bei der mehrtägigen Untersuchung auf dem Toom-Gelände schlugen sie nach ON-Informationen nicht an, wurden keine Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Wären die Experten auf solche gestoßen, hätten sie die aufgespürten Kampfmittel freigelegt, entschärft und geborgen. Mit der kampfmitteltechnischen Freigabe ist eine weitere Hürde auf dem Weg zum Bau des neuen E-Centers genommen.
Gemeinderat macht Weg kommende Woche frei
Eine weitere soll bereits in der kommenden Woche folgen: Am Dienstag, 25. Oktober, wird der Rat der Gemeinde Marienhafe in öffentlicher Sitzung (18 Uhr, Haus Dieker) eine weitere bauleitplanerische Voraussetzung schaffen und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan (Nummer 0223, „Nahversorgungszentrum“) als Satzung beschließen. Die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde hatte der Samtgemeinderat bereits Mitte September einstimmig durchgewinkt (wir berichteten). Außerdem soll der Marienhafer Gemeinderat einen sogenannten Durchführungsvertrag zwischen ihr und der Edeka genehmigen. Dieser städtebauliche Vertrag regelt unter anderem, dass die Kosten für die Erstellung des B-Plans von den Eigentümern und Investoren zu tragen sind.
Auf den Beschluss für den Bebauungsplan warten die Verantwortlichen bei der Edeka-Minden-Hannover bereits seit Längerem händeringend. Erst wenn die kommunale Bauleitplanung abgeschlossen ist, erteilt der Landkreis Aurich die Baugenehmigung, an der wiederum der Baustart hängt. Der hätte bekanntlich längst sein sollen und war zuletzt für September geplant.