Trotz Sorge um Wirtschaft  Auricher Kaufleute sind noch optimistisch

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 20.10.2022 19:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Zum diesjährigen Heidemarkt war die Auricher Innenstadt gut besucht. Foto: Thomas Dirks
Zum diesjährigen Heidemarkt war die Auricher Innenstadt gut besucht. Foto: Thomas Dirks
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Laut IHK herrscht in der ostfriesischen Wirtschaft schlechte Stimmung. Bei von den ON befragten Auricher Kaufleuten überwiegt jedoch Optimismus – vor allem auf eines fiebern sie hin.

Aurich - Schlechte Stimmung herrscht laut der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg in der ostfriesischen Wirtschaft. Der Blick in die Zukunft offenbart Sorgen und Existenznöte. Doch von den ON befragte Auricher Kaufleute sind noch optimistisch.

„Wir können alle nicht in die Glaskugel schauen“, sagt der Leiter des Auricher Möbel-, Mode- und Babyhauses Rudnick, Ludwig Rudnick. Momentan mache sich in keinem seiner Häuser eine Konsumzurückhaltung bemerkbar. Im Gegenteil: Derzeit sei sogar besonders viel los. Und er geht davon aus, dass das auch noch eine Weile so bleibt. Für den Ansturm sieht Rudnick jedoch einen besonderen Grund: Vor Kurzem feierte das Haus eine Neueröffnung. Wie es weitergeht, kann er noch nicht einschätzen. Aber: „Ich sehe nicht so schwarz, wie in den Medien teilweise berichtet wird“, sagt der Unternehmer. Er glaubt, dass sich frühestens im kommenden Frühjahr eine Zurückhaltung beim Kaufverhalten bemerkbar machen wird, zumal die ansteigenden Energiepreise im Moment noch nicht unmittelbar jeden Verbraucher betreffen.

Weihnachtszauber kurbelt das Geschäft an

Ähnlich sieht es auch im Auricher Modehaus Silomon aus. „Wir blicken optimistisch nach vorn“, sagt Sascha Wuttke. Er ist kaufmännischer Leiter des Unternehmens. Nach wie vor werde das Haus gut besucht. Erst in der vergangenen Woche habe es eine erfolgreiche Veranstaltung gegeben. Wenn die Strom- und Gaskosten von der Regierung zumindest teilweise abgefedert würden, sei er optimistisch, dass es zu keinem Konsumeinbruch komme, so Wuttke – vor allem mit Blick auf die bevorstehende Weihnachtszeit. „Ich glaube fest daran, dass es auch da keinen Abbruch gibt“, so Wuttke. Das Weihnachtsgeschäft sei die wichtigste Zeit des Jahres für den Einzelhandel. Auch während einer Krise würden sich alle besinnen und auch sich selbst etwas Gutes tun wollen, sagt der kaufmännische Leiter.

Der Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins Aurich, Udo Hippen, blickt zuversichtlich in die Weihnachtszeit. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass der Auricher Weihnachtszauber viele Leute in die Innenstadt und somit auch in die Geschäfte locke. „Bei der XXL-Einkaufsnacht war die Stadt rappelvoll“, sagt er im Bezug auf das vergangene Jahr. Daher blicke man mit Vorfreude auf die Weihnachtszeit. Und das tun nicht nur die Kaufleute – „Auch die Schausteller können es kaum erwarten“, sagt Hippen. Der vor Kurzem stattgefundene Gallimarkt in Leer habe gezeigt, dass Volksfeste unter normalen Bedingungen stattfinden könnten und gut besucht würden.

Schon im Sommer standen Auricher Geschäfte besser da als andere

„Die Weihnachtszeit ist für die Kaufleute extrem wichtig“, betont der KV-Vorsitzende. Deshalb sei es gut, dass der Auricher Weihnachtszauber auch in diesem Jahr wieder zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinde. Somit können die Geschäfte in der Innenstadt fast sechs Wochen von der Kundschaft profitieren.

Von einem Konsumeinbruch im Einzelhandel war auch schon im Sommer dieses Jahres die Rede – und zwar bundesweit. Die Preise für jegliche Waren schnellten in die Höhe. Auch damals standen die von den ON befragten Kaufleute vergleichsweise gut da. Denn durch die Küstennähe Aurichs belebten Touristen das Geschäft.

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