Berlin Sparkasse schafft EC-Karte ab: Das sind die Vor- und Nachteile einer Debitkarte
Die klassische Giro- oder EC-Karte gilt immer mehr als veraltet und wird durch alternative Zahlungsarten ersetzt. Jetzt stellt auch die Sparkasse ihre neue Visa-Debitkarte vor. Welche Vorteile Kundinnen und Kunden damit haben und wo sie Probleme bekommen könnten.
„Ihre neue Karte – ein echtes Multitalent.“ Mit diesem Satz wirbt die Sparkasse auf ihrer Internetseite „echtesmultitalent.de“ für den Nachfolger der Girocard: die neue Sparkassen-Card. Dahinter verbirgt sich eine Visa-Debitkarte, auf die auch andere Banken – darunter die DKB – bereits umgestellt haben.
Grund dafür ist, dass der Zahlungsdienstleister Mastercard bereits im vergangenen Oktober ankündigte, sein Maestro-System im Juli 2023 einzustellen. In Deutschland sind vor allem Girocards, ehemals EC-Karten, mit dieser Funktion ausgestattet, die es ermöglicht, auch im Ausland zu zahlen. Fällt diese Leistung weg, wird die Girocard für Nutzerinnen und Nutzer unattraktiver.
Die Sparkasse bietet ihren rund 50 Millionen Kundinnen und Kunden mit der Debitkarte des Kreditkartenunternehmens Visa nun eine Alternative. Doch was verändert sich damit?
Die neue Sparkassen-Card verfügt über ein sogenanntes Co-Badge, verbindet also mehrere verschiedene Bezahlverfahren auf einer Karte: sie vereint einige Eigenschaften einer Kreditkarte mit denen einer normalen Debitkarte.
Durch die 16-stellige Nummer, ein Ablaufdatum und eine Prüfziffer, kann die Visa-Debitkarte bei Onlinekäufen wie eine Kreditkarte eingesetzt werden. Das sorgt für besonders sicheres Online-Shopping, wie die Sparkasse auf ihrer Webseite wirbt. Anders als bei einer klassischen Kreditkarte, bei der einmal im Monat abgerechnet wird, gehen die Buchungen bei der Debitkarte direkt vom Konto ab. Hier ändert sich im Vergleich zur Girocard also nichts. Kundinnen und Kunden haben damit die „volle Kostenkontrolle“, wie die Sparkasse den Vorteil hervorhebt.
Der fehlende Kreditrahmen bringt jedoch auch Nachteile mit sich: Einige Geschäfte und Unternehmen erkennen die neue Debitkarte nicht an, wie die Zeitschrift Computer Bild in einem Beitrag schreibt. Vor allem bei Hotels und Autovermietungen im Ausland könne es zu Problemen kommen. Hier wird häufig eine bargeldlose Kaution verlangt. Der Betrag wird auf einer Kreditkarte geblockt, was auf einer Debitkarte nicht möglich ist.
Dass die Sparkasse mit einer weltweiten Nutzung wirbt, ist auch aus einem weiteren Grund mit Vorsicht zu genießen: Laut der Hamburger Verbraucherzentrale akzeptieren viele Händler Debitkarten nicht. Grund sei, dass deren Service Provider, also die Dienstleister des Händlers über den die Zahlungen abgewickelt werden, hohe Gebühren für solche Kartenzahlungen erheben. Das gelte auch für den Online-Handel.
Die folgende Statista-Grafik zeigt, wie populär Kartenzahlung in Deutschland ist:
Über was die neue Sparkassen-Card allerdings verfügt, ist die Funktion, mobil zu bezahlen. Sowohl die Nutzung von Apple Pay als auch die der App „Mobiles Bezahlen“ für Android-Smartphones sind damit laut Sparkasse nutzbar.
Obwohl die Sparkasse als Finanzgruppe aktuell mit der neuen Visa-Debitkarte wirbt, ist noch nicht klar, ob alle lokalen Sparkassen dieses Modell einführen werden. Auf der Internetseite heißt es dazu: „Bitte fragen Sie Ihre Sparkasse vor Ort, ob sie die Sparkassen-Card mit neuem Co-Badge Visa Debit anbietet.“