Existenzkrise beendet Happy End für Theaterverein
„Freesenspölers Brookmerland“ wenden mit neuem Vorstand drohendes Aus ab. Danach sah es lange Zeit nicht aus.
Marienhafe - Viele hatten sie schon abgeschrieben, doch der letzte Vorhang fiel nicht: Im Jahr vor ihrem 20-jährigen Bestehen haben es die „Freesenspölers Brookmerland“ es geschafft, das drohende Aus abzuwenden. Zuletzt steckte der 2003 gegründete Verein in der schwersten Krise seiner Geschichte und war weitgehend führungslos.
Man habe wieder einen handlungsfähigen Vorstand, teilte Kassierer Dieter Brauer auf Anfrage mit. In einer Hauptversammlung sei eine neue Führungsmannschaft gefunden und gewählt worden. An dem Treffen in Marienhafe nahm rund ein Drittel der derzeit 60 Mitglieder des Vereins teil. Der bisherige zweite Vorsitzenden Focko Janssen ist ab sofort neuer Vorsitzender. Zum 2. Vorsitzenden und damit Stellvertreten des Upgant-Schottjers wurde Georg Buck aus Leezdorf gewählt. Das Amt der Schriftführerin übernahm Anne Warfsmann aus Osteel. Kassierer bleibt Brauer.
Bisheriger Vorsitzender trat zurück
„Damit ist ein entscheidender Schritt gemacht“, sagte Brauer. Die vergangenen Monate waren turbulent für den Theaterverein: Der bisherige Vorsitzende der Freesenspölers, Ralf Buck aus Leezdorf, war zum Ende vergangenen Jahres zurück- und aus dem Verein ausgetreten. Persönliche Gründe, die er nicht näher erläuterte, hätten dabei eine Rolle gespielt, bestätigte Buck auf Anfrage. „Die Zukunft des Vereins steht in den Sternen“, sagte er damals. Buck sprach von einem „schleichenden Prozess“, der durch die Pandemie beschleunigt worden sei. „Corona hat uns das Genick gebrochen. Es kam knüppeldick“, so Buck. So wie er hat auch die bisherige Schriftführerin Gisela Stein hingeworfen.
Zuletzt standen die „Freesenspölers“ im Herbst 2019 auf der Bühne. Mit der Komödie „Mannlüü sünd wat Wunnerbares“ kehrten sie damals an ihre alte Wirkungsstätte, die Gaststätte Köster in Osteel, zurück. Davor war 15 Jahre lang die Aula der IGS Marienhafe-Moorhusen Schauplatz ihrer Aufführungen gewesen.
Neustart im kommenden Jahr
Nach Herbst 2019 tat sich nichts mehr. Termine wurden abgesagt, Treffen waren kaum oder gar nicht mehr möglich. Doch anders als andere Theatervereine, wie die Theaterwerkstatt „Rosenstraat 13“, die sich beispielsweise durch Freilichttheater über Wasser hielt, bekamen die „Freesenspölers“ die Kurve nicht. Auch, weil ihnen irgendwann das Personal fehlte. Es gebe nur noch „drei bis vier Leute“, die bereit seien, auf der Bühne zu stehen, berichtet Buck. „Das ist einfach zu wenig. Es fehlt uns an Darstellern“, bestätigt Brauer. Jugendlichen Nachwuchs gibt es so gut wie keinen.
Die Personalnot sei das eigentliche Problem und schwieriger zu lösen als die Führungskrise, sagte Brauer. Daran wolle man nun verstärkt arbeiten. Brauer sieht durchaus Chancen, das Problem in den Griff zu bekommen. „Im nächsten Jahr greifen wir wieder an“, sagte Bauer. Wann und wo gespielt wird, das steht noch nicht fest. „Wir wollen uns erst einmal finden. Dann sehen wir weiter“, so Brauer.
Happy End in Sicht
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