Fußball-Bezirksliga Middels schafft die Trendwende
Nach zuletzt zwei Niederlagen schlägt der TuS Middels in der Bezirksliga den SV Wallinghausen mit 3:2. Der Gegner half allerdings kräftig mit.
Middels - Während die Middelser Spieler den etwas schmeichelhaften 3:2-Sieg gegen den SV Wallinghausen in der Fußball-Bezirksliga ausgiebig feierten, stand Ewald Mühlenbrock ein wenig abseits und beobachtete die Szenerie. Gerne hätte der Trainer des SV Wallinghausen auch gejubelt, ein Unentschieden wäre wohl auch das gerechtere Ergebnis gewesen. Doch am Ende gab die Erfahrung der Middelser Spieler den Ausschlag. „Das ist schon extrem bitter, es war eine unverdiente Niederlage“, haderte Mühlenbrock nach der dritten Pleite in Folge. Middels Trainer Bruno Mönck musste erst einmal durchschnaufen – Krise abgewendet nach zuletzt zwei Niederlagen. „Heute haben wir auch das Quäntchen Glück gehabt“, sagte Mönck.
Die Wallinghausener Spieler gaben in den entscheidenden Momenten eine unglückliche Figur ab. Die erste Chance der Middelser köpfte der Wallinghausener Jann Kramer mit dem Hinterkopf ins eigene Tor. Und beim entscheidenden 3:2-Flatterball von Henning Corell zehn Minuten vor dem Ende sah Wallinghausens Torhüter Georg Schneemilch mindestens unglücklich aus. „Bei beiden Toren haben wir jugendlich verteidigt“, sagte Mühlenbrock.
Ein Eigentor und ein Flatterball
Doch von vorne: Die Gäste aus Wallinghausen legten nach einer Viertelstunde Leerlauf und dem ersten Gegentor ihre Zurückhaltung ab und kombinierten sich das ein oder andere Mal vor das Middelser Tor. Sehenswert der Ausgleich nur sieben Minuten nach dem Rückstand. Berthony Konda spielte einen sauberen Pass auf Unglücksraben Jann Kramer, der aber mustergültig in den Strafraum flankte, wo Lukas Günsel hochstieg und den Ball ins Netz wuchtete.
TuS-Trainer Mönck tobte an der Seitenlinie. „Wir haben in dieser Phase nicht sauber gespielt und viele Bälle zu leicht verloren.“ In der Tat: Die Gäste aus Wallinghausen waren in der ersten Halbzeit das aktivere Team und hätten sich durchaus belohnen können. Doch in der größten Drangphase schlug Middels eiskalt zu. Fred Ocloo tankte sich durch über Außen und passte den Ball quer durch den Strafraum. Dort stand Torjäger Glen Sokoli goldrichtig und schob den Ball zur 2:1-Führung ins Wallinghausener Tor. Vorher war Sokoli komplett abgetaucht.
Der Ball flatterte über die Handschuhe des Wallinghausener Torhüters
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. SVW-Trainer Mühlenbrock hatte seinen Spielern wohl viel Motivation mit auf den Weg gegeben. Schon die erste Aktion führte zum verdienten Ausgleich. Galvany Kiasuva befand sich noch im Tiefschlaf, als Berthony Konda geistesgegenwärtig einen Freistoß aufnahm und schnell in den Strafraum flankte. Dort stand der eben eingewechselte Pascal Meyer und schoss den Ball per Dropkick ins Middelser Tor – eine Kopie des Treffers von Mario Götze im WM-Finale 2014.
Danach passierte aber lange nichts mehr. Beide Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig, ein Unentschieden lag mehr als in der Luft. Dann kam Hennig Corell an den Ball und schaute sich erst einmal um. Niemand griff ihn an, so dass Corell einfach mal aus gut 30 Metern abzog. Der Ball flatterte Richtung Tor und über die Handschuhe des Wallinghausener Torhüters. Beruhigt zurücklehnen durfte sich Middels Trainer aber noch nicht. Zwei Minuten später leistete sich auch Middels Torhüter Kasper Kempisty einen Bock und griff nach einer Flanke am Ball vorbei, doch Konda konnte seinen Kopfball nicht im Tor unterbringen.
Am Ende überwog bei Wallinghausen trotz guter Leistung der Ärger über die unnötige Niederlage. Passend zum Spielverlauf sah Jann Kramer in der Nachspielzeit noch die Gelb-rote Karte. Wohl eine Verwechslung, da Kramer nur seinen Körper in den Zweikampf stellte. Der TuS Middels etabliert sich mit dem knappen Erfolg nach zuvor zwei Niederlagen in der Spitzengruppe. „Wir wollten den Bock heute unbedingt umstoßen. Bald fragt niemand mehr, ob der Sieg heute verdient gewesen ist“, sagte Mönck und strahlte.