Osnabrück Adamczyk im Tor des VfL Osnabrück: Eine Überraschung für alle
Gut eine Stunde vor Anpfiff machte die Nachricht die Runde, als der VfL Osnabrück seine Aufstellung für das Heimspiel gegen den TSV 1860 München herausgab: Daniel Adamczyk verdrängt Philipp Kühn im Tor der Lila-Weißen. Eine Überraschung, nicht nur für die Fans.
Die Glückwünsche zum Drittliga-Debüt nahm Daniel Adamczyk gern entgegen und lächelte trotz der 0:2-Niederlage gegen den TSV 1860 München. „Anfang der Woche“ habe er erfahren, dass er am Wochenende sein Drittliga-Debüt feiert, erzählte der Torwart, der erst im Sommer von der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln zum VfL stieß. Als es mir mitgeteilt wurde, war ich natürlich schon froh“, sagte der 20-Jährige.
Bislang hatte Adamczyk im Profibereich nur zehn Regionalliga-Spiele in Köln und zwei Spiele im Niedersachsenpokal auf dem Buckel. Nun ersetzte er den bisherigen Stammtorwart Philipp Kühn, der erstmals nach 62 Ligaspielen am Stück auf der Bank Platz nahm. Am 28. Februar 2021 hatte Interimstrainer Florian Fulland bei der 0:3-Pleite in Sandhausen (2. Bundesliga) Moritz Nicolas eine Chance gegeben.
„Ein bisschen überrascht sei er auch gewesen“, sagte Adamczyk. „Es kommt meistens, wenn man nicht daran denkt.“ Für Innenverteidiger Maxwell Gyamfi kam die Entscheidung von Cheftrainer Tobias Schweinsteiger ebenfalls „überraschend, weil davor immer ,Pippo‘ im Tor stand. Trotzdem hat es ,Adam‘ sehr gut gemacht. Es ist immer unangenehm, wenn man zwei Schüsse aufs Tor bekommt und dann zwei Tore frisst“, sagte Gyamfi.
Die Gäste gaben zwar etwas mehr als zwei Torschüsse ab, wie Gyamfi sagte, doch sein ganzes Können musste Adamczyk nicht zeigen, bei den Toren war er chancenlos. In der ersten Hälfte, die Adamczyk vor der stimmungsvollen Ostkurve absolvierte, klärte er eine Halbfeldflanke rabiat mit beiden Fäusten, rauschte mit Gyamfi und dessen bulligem Gegenspieler Fynn Lakenmacher zusammen. Eine kurze Behandlungspause, dann ging es aber weiter.
Nervös sei er vor dem Spiel gewesen, gab der junge Torwart zu. „Aber wenn man dann rausgeht, ein gutes Warmup hat, dann ist die Nervosität so gut wie weg“, sagte Adamczyk. Spätestens nach den ersten 30 Sekunden, sei er „voll drin“ gewesen.
„Drin“ bleibt er wohl auch zunächst im VfL-Tor. Adamczyk habe „eine gute Leistung gezeigt“, sagte Schweinsteiger schon auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Sicher und aufmerksam“ sei er gewesen. Gestern in unserem Video-Format „Nachgefragt“ bestätigte der Trainer erneut, was er am Samstag bereits andeutete: „Ich sehe zwei ähnlich gute Torhüter, die beide ihre Stärken haben in gewissen Punkten. Es war in meinem Kopf schon drin, dass Daniel ein paar Spiele kriegt.“ Die bekommt er jetzt.