Osnabrück  Warum 400.000 Wohnungen auch nächstes Jahr nicht zu schaffen sind

Nina Kallmeier
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Von Nina Kallmeier
| 12.10.2022 17:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Bauwirtschaft warnt schon seit Langem, dass 400.000 Wohnungen pro Jahr nicht zu schaffen sind Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Bauwirtschaft warnt schon seit Langem, dass 400.000 Wohnungen pro Jahr nicht zu schaffen sind Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Eine bezahlbare Wohnung zu finden ist gerade in Metropolen schwer. Eigentlich sollte mehr gebaut werden, doch fehlende Fachkräfte und teure Materialien machen Projekte unrentabel. Warum sich daran auch nächstes Jahr nichts ändert.

Es ist unbestritten: Vielerorts in Deutschland ist der Wohnungsmarkt eng - insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen. Das Ziel der Bundesregierung, 400.000 Wohnungen pro Jahr in Deutschland bauen zu wollen, um das Angebot zu erhöhen und den Markt zu entspannen, ist insofern gut gemeint. Doch der gute Wille alleine sorgt nicht dafür, dass die Wohnungen auch tatsächlich entstehen. Weder in diesem, noch im nächsten Jahr. Das wird auch Bundesbauministerin Klara Geywitz eingestehen müssen.

Die Baubranche warnt schon lange: Um die Ziele der Bundesregierung zu erreichen, fehlen Personal, Material und genehmigte Projekte. Doch schneller ist die Verwaltung deshalb trotzdem  nicht geworden. Die Energiekrise und die Kostensteigerungen der vergangenen Monate haben das Problem noch verschärft. Insbesondere, wenn Wohnungen für den kleinen Geldbeutel gebaut werden sollen, sind solche Projekte schlicht nicht mehr rentabel. Das Resultat: Immer mehr Vorhaben werden auf Eis gelegt. Und dieser Trend wird sich angesichts der allgemeinen Krisenstimmung, weiter steigenden Kosten und Rezessionsgefahr eher verschärfen als zurückdrehen.

Wie sehr der soziale Wohnungsbau hinterher hinkt, zeigt diese Statista-Grafik:

Auch der Immobilienerwerb wird auf absehbare Zeit trotz Förderungen für Menschen mit mittleren Einkommen eher ein Traum bleiben. Die Kostenexplosion trifft nicht nur Haushalte mit geringen Einkommen, sondern eben auch die Mittelschicht. Und wer sich Sorgen darüber macht, wie angesichts steigender Ausgaben für Essen, Heizen und Mobilität die nächsten Rechnungen bezahlt werden sollen, für den rücken Fragen zur Immobilienfinanzierung ganz weit in den Hintergrund. Zumal die Preise nicht signifikant sinken und bei Bestandswohnungen und -häusern oftmals ein Renovierungsstau besteht, der zusätzlich finanziert werden müsste.

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