Prozesstermin steht fest  Feuerwehrmann bald vor Gericht

| | 11.10.2022 18:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das bewusst gelegte Feuer in der Scheune des Bismarcks-Hofs in Wirdum richtete im November 2021 Sachschaden im sechsstelligen Euro-Bereich an. Foto: Karin Böhmer
Das bewusst gelegte Feuer in der Scheune des Bismarcks-Hofs in Wirdum richtete im November 2021 Sachschaden im sechsstelligen Euro-Bereich an. Foto: Karin Böhmer
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Ein angeklagter Brookmerlander soll im vergangenen Jahr nicht nur einen Brand in Wirdum gelegt haben. Jetzt wurde der Prozesstermin festgelegt.

Wirdum/Norden - Noch in diesem Jahr soll die juristische Aufarbeitung mehrerer vorsätzlich gelegter Brände in Wirdum beginnen. Nach ON-Informationen wird sich der mutmaßliche Täter ab Mitte Dezember vor Gericht verantworten müssen.

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Aurich gegen den 27-jährigen Brookmerlander im Frühjahr dieses Jahres Anklage erhoben. Der Strafprozess soll am 15. Dezember vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Norden beginnen.

Vier Brandstiftungen angeklagt

Der Angeklagte, der selbst Feuerwehrmann ist, soll gleich mehrfach in Wirdum gezündelt haben. Die Anklage wirft ihm Brandstiftungen in vier Fällen vor. Im Zeitraum zwischen Juli und November vergangenen Jahres soll er einen Wohnwagen, ein Carport, einen Schuppen und die Scheune des Bismarckshofs in Wirdum angezündet haben.

Im Juli 2021 brannte ein Wohnwagen in Wirdum komplett aus. Foto: Feuerwehr
Im Juli 2021 brannte ein Wohnwagen in Wirdum komplett aus. Foto: Feuerwehr

Das Feuer, das in der Nacht zum 22. Oktober einen großen Teil des historischen Hofgebäudes an der Marienhafer Straße zerstörte, war der vorläufige Höhepunkt einer Serie von Bränden in der kleinen Brookmerlander Gemeinde. Die Scheune stand in Vollbrand. Der Feuerschein war weithin zu sehen. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren Wirdum, Upgant-Schott, Marienhafe, Osteel und Leezdorf sowie der Feuerwehr Norden, die mit Drehleiter angerückt war, versuchten, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Ihr Einsatz dauerte Stunden. Anfang Dezember präsentierten Polizei und Staatsanwaltschaft den 27-Jährigen als Tatverdächtigen zunächst nur für den Schuppenbrand. In der Folge erhärtete sich der Verdacht gegen ihn und es verdichteten sich Indizien und Beweise, dass er auch für andere Feuer der Brandserie verantwortlich sein könnte.

Angeklagter ist Feuerwehrmann

Wie bereits Ende vergangenen Jahres berichtet, soll der 27-Jährige Mitglied der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Wirdum, schon seit einiger Zeit aber nicht mehr aktiv sein. Nach ON-Informationen hat er sich freistellen lassen. Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens und sein Stellvertreter Christian Lücht, der zugleich Ortsbrandmeister in Wirdum ist, hielten bislang auf Anfrage mit Äußerungen dazu zurück. Beide verwiesen auf das laufende Ermittlungsverfahren und die geltende Unschuldsvermutung. Es gebe viele Spekulationen, die man nicht zusätzlich anheizen wolle, so Lücht.

Das Feuer in einem Wirdumer Schuppen richtete im November 2021 einen Sachschaden im fünfstelligen Euro-Bereich an. Foto: Feuerwehr
Das Feuer in einem Wirdumer Schuppen richtete im November 2021 einen Sachschaden im fünfstelligen Euro-Bereich an. Foto: Feuerwehr

Cassens sagte damals, er hoffe, dass sich der für die gesamte Feuerwehr belastende Verdacht nicht bestätige. Sollte das aber der Fall sein, sei der Betroffene unverzüglich aus der Feuerwehr zu entlassen, da er Leib und Leben seiner Feuerwehrkameraden und anderer Menschen gefährdet und erheblichen Sachschaden verursacht habe. „Dann war das sein letzter Tag in der Feuerwehr“, so Cassens.

Mehrjährige Freiheitsstrafe droht

Brandstiftungsdelikte zählen nach deutschem Recht zu den gemeingefährlichen Straftaten. Im Fall einer Verurteilung droht dem Angeklagten laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Verteidigt wird er von dem Emder Rechtsanwalt Ralf Giese. Dieser sagte auf Anfrage, er gehe von einem „normalen Verfahren“ aus. Die Verteidigungsstrategie sei in Vorbereitung, hieß es.

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