Gaskrise in Deutschland Energiekrise im Kreis Aurich – ein zumutbares Sparpaket
Städte und Gemeinden im Kreis Aurich haben sich auf Energiesparmaßnahmen geeinigt. Sie sind vernünftig und umsetzbar. Denn auf Aktionismus wie kalte Duschen wird weitgehend verzichtet.
Nur nicht in Aktionismus verfallen: So scheint das Motto der Städte und Gemeinden im Landkreis Aurich zu sein. Beim Energiesparen wird größtenteils mit Augenmaß vorgegangen. Der Wille ist erkennbar, unzumutbare Einschnitte werden aber vermieden. So kann man die Übereinkunft beschreiben, die in einem Treffen in dieser Woche von Vertretern der Kommunen im Bürgerhaus am Ihler Meer erzielt wurde. Die gemeinsame Linie ist vernünftig. Und sie ist umsetzbar.
Kalt duschen: Eine zweifelhafte Maßnahme
Größter Streitpunkt ist noch die Dusch-Frage. Die Stadt Aurich und der Landkreis erlauben weiterhin warmes Wasser in ihren Sportstätten. Die Stadt Norden lässt das Wasser kalt. Eine Maßnahme mit zweifelhaftem Nutzen. Wer beim Sport schwitzt, muss sich duschen. Geschieht das nicht direkt in der Halle, wird es zu Hause nachgeholt. Beim Energiesparen kommt es aufs Gleiche raus. Was soll das also?
In anderen Punkten sind sich Städte und Gemeinden einig. So etwa bei den Richtwerten für die Raumtemperatur: In Kitas 20 Grad, in Wasch- und Wickelräumen 24 Grad, 19 bis 20 Grad in Schulen und 16 Grad in Turn- und Sporthallen. Das ist vielleicht etwas weniger als im vergangenen Winter. Aber frieren muss da wohl niemand.
Nachts ohne Weihnachtsbeleuchtung: Warum nicht früher?
Nachts wird die Weihnachtsbeleuchtung abgeschaltet, genau wie nicht notwendige Werbe- und Außenbeleuchtung. Kritikwürdig ist das nur in einer Hinsicht: Warum hat man das nicht schon in früheren Jahren so gehandhabt?
Sportliche Großveranstaltungen sollen weiter stattfinden dürfen. Auch das eine vernünftige Entscheidung. Genau wie die Regelung, mit den Vereinen gemeinsam über Nutzungszeiten und deren Optimierung zu sprechen. Das kann sicher nicht schaden. Laut dem Auricher Bürgermeister Horst Feddermann soll auch das „de Baalje“ den Winter über geöffnet bleiben – bei leicht abgesenkten Wassertemperaturen. Das ist besser, als gar keine Schwimmmöglichkeit zu bieten.
Zusätzlicher Frust wird vermieden
Alles in allem ist das Paket, das die Kommunen beschlossen haben, eines: zumutbar. Sollte sich die Gaskrise weiter verschärfen, kann auch noch kurzfristig reagiert werden. Symbolmaßnahmen wie eiskaltes Wasser in kommunalen Duschen bringen beim Energiesparen meist wenig, aber sorgen für zusätzlichen Frust. Auf den können die Bürger im Kreis Aurich in diesem Herbst und Winter gut verzichten.