Hannover Wer Sonntag nicht wählen geht, darf später auch nicht meckern
Niedersachsen wählt am Sonntag, 9. Oktober 2022, einen neuen Landtag. Im Duell zwischen SPD und CDU bleibt es spannend bis zum Schluss. Fest steht: Jede Stimme zählt.
Weiter mit Weil oder ein Anfang mit Althusmann an der obersten Spitze der Regierung in Niedersachsen? Mehr als sechs Millionen Wählerinnen und Wähler sind am kommenden Sonntag dazu aufgerufen, über die Zusammensetzung des neuen Landtages mitzubestimmen.
Dabei ist der Vorsprung der SPD mit Titelverteidiger Stephan Weil im Sturm gegenüber der CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Bernd Althusmann im Angriff so knapp, dass das Duell längst nicht entschieden ist. Entscheidend ist daher, dass die Bürgerinnen und Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 63,1 Prozent und damit nur leicht über dem historischen Tiefpunkt: Im Jahr 2008 hatten bei der Landtagswahl nur 57,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben - ein Trauerspiel, das sich bitte nicht wiederholen sollte.
Wie wichtig so eine Landtagswahl ist, hat auch die Corona-Pandemie gezeigt. Die Landesregierung gab die Eckpfeiler vor, um durch diese schwere Zeit zu kommen. Und auch mit Blick auf die aktuelle Energiekrise versucht Niedersachsen einen möglichst großen Beitrag dazu zu leisten, so schnell wie möglich unabhängig von russischem Gas zu werden.
„Die da oben“ machen doch ohnehin, was sie wollen, und große Unterschiede zwischen den Parteien gibt es auch kaum? Stimmt nicht! Bildung, Wohnraum, Pflege, Atomkraft: Hier lassen sich schon sehr unterschiedliche Zielrichtungen erkennen. Die Grünen etwa zucken bei der Laufzeitverlängerung der letzten Atommeiler zusammen, während die FDP nicht müde wird, sie zu fordern.
Wählen gehen zu dürfen, ist nicht nur ein Privileg demokratischer Gesellschaften, sondern gewissermaßen auch eine Bürgerpflicht. Oder umgekehrt formuliert: Wer nicht wählen geht, darf später auch nicht meckern. Überdies hat nicht zuletzt die Bundestagswahl gezeigt, dass am Ende wenige Kreuzchen über die künftige Regierung entschieden können. Also: Auf zur Landtagswahl am Sonntag, jede Stimme zählt.