Schwerin Nach Amok-Alarm in Schwerin - Schüler berichten über nervenaufreibende Minuten
Nach einem Amok-Alarm an einer Schweriner Berufsschule berichten Schüler über die Zeit, in der die Polizei nach einem möglichen Angreifer in der Schule suchte.
Zweite Schulstunde, kurz nach neun Uhr. Die Schulsekretärin meldet sich mit einer Horrornachricht für 360 Schüler über die Lautsprecher: „Bitte verschließt eure Klassenräume und haltet euch in den hinteren Ecken der Klassenräume auf.“ Die beiden Sätze reißen die Schüler aus ihrem Schulalltag. Jedem ist klar: Das ist ein Amok-Alarm. Für die Schülerin Alexandra Johannson hat gerade die Schulstunde Kardiologie begonnen.
Die angehende Pflegefachfrau beschreibt, was sich in der Zeit nach der Meldung über Lautsprecher ereignet hat. „Unser Lehrer hat die Tür verschlossen. Dann haben wir Schränke und Stühle vor die Tür geschoben“, sagt die 18-Jährige. Emotional befand sich die Klasse da schon in einem Ausnahmezustand. „Viele haben geweint oder hatten vor Panik auch Probleme beim Atmen“, berichtet die Berufsschülerin nur wenige Stunden nach dem Vorfall.
Vor dem Klassenzimmer suchen da schon Dutzende Polizisten, bewaffnet mit Maschinenpistolen nach einem möglichen Amok-Läufer in der Schule. Was war passiert? Eine Schülerin sei gegen 8.40 Uhr im Bereich des Schulgeländes an der Dr.-Hans-Wolf Straße auf einen maskierten Mann aufmerksam geworden und habe eine Lehrkraft informiert, so schreibt es die Polizei später. Die Schule habe dann umgehend die Polizei informiert.
Kurz nach neun Uhr am Donnerstagmorgen erreicht die Polizei der Notruf. Laut Polizei werden daraufhin alle verfügbaren Einheiten vor der Schule zusammengezogen. „Das Gelände wurde von außen abgeriegelt“, sagt Polizeisprecherin Juliane Zgonine. Mehr als eine Stunde lang suchten die Beamten nach der maskierten Person. „Wir haben vor und in der Schule alle Bereiche abgesucht. Im Ergebnis konnte jegliche Gefährdungslage für die Schüler ausgeschlossen werden. Eine verdächtige Person wurde nicht angetroffen“, so die Sprecherin.
Auch im Klassenraum der angehenden Pflegekräfte klopfte die Polizei am Donnerstag bei ihrer Suche an. Gesprochen wird durch die geschlossene Tür. „Sie haben nach Schülern gesucht, die mit einem Motorrad zur Schule gekommen sind“, erinnert sich die Schülerin Alexandra Johannson. Da hatte sich die Lage schon weitgehend entspannt. Eine Stunde nach der Meldung über den Schullautsprecher werden die Schüler unter Polizeischutz aus den Klassenräumen gelassen.
Für diese spezielle Lage eines Amok-Laufs gibt es laut Polizei ein Konzept, das mit den Schulen erarbeitet wurde. „Die Schulen sind auch angehalten, dieses Konzept regelmäßig zu trainieren“, erklärt die Polizeisprecherin. Am Donnerstag hat das gut geklappt, heißt es von der Polizei. Lehrer und Schüler hätten gut reagiert.