Kinderbetreuung  Aurich baut das Kita-Angebot massiv aus

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 05.10.2022 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der Teestraße in Extum stehen seit ein paar Wochen Container, in denen eine Krippengruppe untergebracht ist. Foto: Romuald Banik
An der Teestraße in Extum stehen seit ein paar Wochen Container, in denen eine Krippengruppe untergebracht ist. Foto: Romuald Banik
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In den kommenden Monaten wird es insbesondere in der Innenstadt zusätzliche Angebote für Kindergartenkinder geben. Aber auch im Bereich der Krippen tut sich etwas.

Aurich - In der Auricher Innenstadt wird schon in Kürze ein neuer Kindergarten eröffnen. Im Gemeindehaus der Lamberti-Kirchengemeinde soll das „Zwergenland“ entstehen. Das erläuterte Brigitte Weber, Leiterin des Fachdienstes Bildung in der Stadt Aurich, am Dienstag in der Sitzung des Sozialausschusses. Die neue Regelgruppe mit 25 Kindern geht demnach aus dem Spielkreis „Zwergennest“ der Kirchengemeinde hervor. Dieser Spielkreis, der nachmittags stattfand, wurde nun aufgelöst. Stattdessen soll, nach einigen Umbauten, die Kindergartengruppe am Vormittag voraussichtlich bereits ab dem 1. November starten.

Träger des Kindergartens wird der evangelische Kindertagesstättenverband. Dessen betriebswirtschaftlicher Leiter ist Jens Ottersberg. Der Spielkreis „Zwergennest“ sei eingestellt worden, nachdem dessen langjährige Leiterin Käthe Arends-Fritsch im Sommer in den Ruhestand gewechselt hat. Die Räume seien aber mit nur geringem Aufwand auch als Kindergarten nutzbar, so Ottersberg auf ON-Anfrage. Man sei auch schon sehr weit mit der Umrüstung. Es fehle nun noch die Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes. Ein Start am 1. November sei aber sehr wahrscheinlich.

Freie Kitaplätze meist nur in Außenbereichen

Eine Erweiterung um eine zweite Gruppe schließt Ottersberg aus. Dafür sei im Gemeindehaus nicht genug Platz vorhanden. Denkbar sei irgendwann eine Erweiterung zum Ganztagsbetrieb. Dafür müsse dann die vorhandene Küche umgebaut werden. Mitarbeiter gebe es genug im Kitaverband, so Ottersberg.

Im Gemeindehaus der Lamberti-Kirchengemeinde soll ein neuer Kindergarten eingerichtet werden. Foto: Romuald Banik
Im Gemeindehaus der Lamberti-Kirchengemeinde soll ein neuer Kindergarten eingerichtet werden. Foto: Romuald Banik

Dringend notwendig sei die Einrichtung weiterer Gruppen in der Innenstadt, so Weber. Denn in Aurich gebe es zwar noch freie Plätze in Kindertagesstätten. Damit sind neben dem Kindergartenbereich auch Krippen und Horte gemeint. Allerdings gibt es diese freien Plätze vor allem in den Auricher Außenbereichen wie zum Beispiel im Kindergarten Svaalvkenüst in Wiesens. Dort gebe es noch fünf freie Ganztagsplätze. Für Eltern aber, die in der Kernstadt wohnten und nicht mobil seien, seien diese Plätze zu weit entfernt. Derzeit ständen 70 Kinder auf der Warteliste für einen Kita-Platz, so Weber. Sie sei froh, dass mit dem neuen Angebot in der Lambertigemeinde einigen nun geholfen werden könnte.

Weitere Krippengruppe in Extum

Deshalb wird sich auch in den nächsten Jahren beim Kita-Ausbau in der Nähe der Kernstadt einiges tun. Schon in den vergangenen zwölf Monaten sind laut Weber 79 neue Plätze geschaffen worden. Auf der anderen Seite seien aber auch 13 Plätze im Montessori-Kinderhaus verloren gegangen. Eine Kindergartengruppe am Nachmittag habe wegen Personalmangels aufgelöst werden müssen, so Weber. Zwölf Plätze konnten in Vormittagsgruppen verlagert werden, 13 gingen aber verloren.

Dafür soll es in Extum ab dem 1. Januar kommenden Jahres eine weitere Krippengruppe geben. Neben dem Schützenhaus ist bereits mit Containern eine Gruppe eingerichtet worden. „Weitere Container sind im Vorlauf, die Möbel sind bestellt“, so Weber. Ein Missverständnis zwischen Gebäudemanagement der Stadt und der Herstellerfirma habe dazu geführt, dass die Krippengruppe sehr schnell kommen könnte. Denn die Verwaltung hatte lediglich eine Anfrage zu weiteren Containern gestellt – das Unternehmen aber hatte direkt mit der Herstellung begonnen. „Manchmal hat man eben auch Glück“, so Weber. Die Betriebserlaubnis für das Krippenprovisorium in Extum gilt für zwei Jahre. Qualitativ seien die Container aber so gut, dass bereits jetzt vom Landesjugendamt eine Verlängerung in Aussicht gestellt worden sei, sagte Brigitte Weber.

Zwei neue Kitas auf dem Kasernengelände

Perspektivisch wird es einen neuen Kindergarten im ehemaligen Sanitätsgebäude der Blücher-Kaserne geben. Dort sollen drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen entstehen. Überlegt wird in der Stadtverwaltung auch, den DRK-Kindergarten am Wasserturm dann nicht aufzugeben, sondern die drei Kindergartengruppen zu erhalten. Im südlichen Bereich der Kaserne, am Hoheberger Weg, wird es eine weitere neue Kindertagesstätte geben, sobald dort das Neubaugebiet entwickelt wird.

Auch in Extum bewegt sich etwas. Mit dem neuen Baugebiet „Im Timp“ werden viele Familien dorthin ziehen. Dementsprechend gibt es auch Pläne, dort eine weitere Kita einzurichten.

Denn nicht nur für Auricher, sondern auch für die vielen Flüchtlinge aus der Ukraine würden Kita-Plätze benötigt, so Weber. Angesichts des Personalmangels in dem Bereich müsse geprüft werden, ob ukrainische Erzieher oder Mütter für die Betreuung der Kinder einbezogen werden könnten.

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