Hannover Gesprengte Geldautomaten: Banken endlich in die Pflicht nehmen
Geldautomaten-Sprenger werden immer rücksichtsloser. Gut, dass sie im Visier der Politik sind, aber auch die Banken müssen ihren Beitrag leisten.
Wenn Geldautomaten in die Luft gesprengt werden, geht es dabei längst nicht mehr „nur“ um Sachbeschädigung und Geldraub. Die Täter gehen immer rücksichtsloser vor und gefährden Leib und Leben von arglosen Passanten und Anwohnern.
Durch die Wucht der Explosion können Panzerschranktüren mehrere Meter weit fliegen und ebenso wie andere Bruchstücke zu tödlichen Geschossen werden. Oftmals ist überdies die Statik von betroffenen Gebäuden gefährdet. Bei einer nächtlichen Sprengung im Sommer in Edewecht (Ammerland) waren Teile der Betondecke eingestürzt. Ganz abgesehen von der lebensmüden Flucht nach den Taten in hochmotorisierten Autos, die bis zu 300 Stundenkilometer schnell sind.
Kurzum: Geldautomaten-Sprengungen sind schwere Straftaten. Die Täter nehmen billigend in Kauf, dass Unbeteiligte verletzt oder gar getötet werden. Den „Panzerknackern“ gehört das Handwerk gelegt. Insofern ist es genau richtig, dass das Land Niedersachsen in Osnabrück eine neue Ermittler-Einheit in Stellung bringt und die Kräfte bündelt.
Unverständlich aber bleibt, warum die Banken angeblich machtlos die Hände heben. Die Niederländer haben ihre Banken längst dazu verpflichtet, bestimmte Sicherheitsstandards zu erfüllen, damit das Geld etwa durch Verklebungen oder Verfärbungen bei einer Explosion unbrauchbar wird. Warum das nicht auch bei uns möglich sein sollte, ist unerklärlich. Sollten die Banken sich an dieser Stelle auch weiterhin nicht bewegen, braucht es halt entsprechende gesetzliche Vorgaben - und zwar zügig.