Abwasserentsorgung in Ihlow Verbraucher werden tief in die Tasche greifen müssen
Schon einmal war die Gemeinde Ihlow Spitzenreiter bei den Abwassergebühren. Nach einem Tiefstand vor einigen Jahren zeigt der Trend nun wieder nach oben.
Ihlow - Wesentlich teurer könnte es im kommenden Jahr für Ihlower werden: Ein Dreipersonenhaushalt soll dann im Durchschnitt 122,40 Euro mehr im Jahr an den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) zahlen müssen. Denn laut OOWV soll für Abwasser ab Januar eine Gebühr von 2,81 pro Kubikmeter anfallen. Aktuell liegt der Betrag bei 1,79 Euro. Der Anstieg läge somit bei rund 36 Prozent.
Hinzu kommt für den Verbraucher die monatliche Grundgebühr, die laut einem Sprecher des OOWV seit 2013 verbandsgebietsweit bei 6,25 Euro liegt. 2010 lag die in Ihlow noch bei 3,75 Euro. Im Finanzausschuss der Gemeinde nannte der Verband am Donnerstag Gründe für die Entscheidung, die Preise erhöhen zu müssen.
Beträge wurden mit Eigenkapital gering gehalten
In den Jahren 2014 und 2015 lag der Preis pro Kubikmeter in Ihlow bei 2,68 Euro – das war der bisherige Höchststand des vergangenen Jahrzehnts. Ab 2015 fielen die Kosten auf bis zu 1,60 Euro. Dieser Wert hielt sich von 2018 bis 2021. In diesem Jahr kam auf die Kunden dann erstmals wieder eine Erhöhung zu.
Aber wie kommt es zu der enormen Preissteigerung, die für 2023 geplant ist? Laut OOVW liegt der Grund dafür vor allem darin, dass „der Betrieb sich nun selbst am Laufen halten“ soll. In den vergangenen Jahren habe man immer wieder auf Rücklagen des Unternehmens zurückgegriffen, um die Beiträge für die Kunden möglichst gering zu halten. „Wir können das Kind nicht länger künstlich am Leben halten“, so Regionalleiter Michael Veh am Donnerstag. Die Entscheidung sei bei der Hauptverwaltung des OOWV in Brake gefallen. Man wolle vermeiden, dass es zu einem „Achterbahn-Zick-Zack-Kurs“ der Preise komme, heißt es vom OOWV. Gebe es Überschüsse, würden diese nach drei Jahren wieder gutgeschrieben.
Auch in Aurich wird es teurer
In trockenen Tüchern ist die Erhöhung in Ihlow noch nicht. Denn die endgültige Entscheidung fällt erst in den kommenden Monaten bei einer Verbandsversammlung.
Auch in der Stadt Aurich geht man davon aus, dass die Gebühren für Abwasser in den kommenden Jahren steigen. Dort ist jedoch nicht der OOWV, sondern die Stadt selbst für das Abwasser zuständig. Bis 2020 kostete der Kubikmeter in Aurich 2,60 Euro. Zu 2021 stieg der Preis auf 2,70 Euro. Laut Kämmerei werde der Kubikmeterpreis ab 2025 aller Voraussicht nach auf 2,90 Euro steigen müssen.
Der Grund dafür liegt in der Investitionssumme für den Umbau des Klärwerkes in Haxtum. Vor zwei Jahren ist noch mit 5,6 Millionen Euro kalkuliert worden. Durch die Baukostensteigerung geht man inzwischen von 8,8 Millionen Euro aus. 9,4 Millionen Euro würde das neue Faulturmgebäude inklusive des Energiepakets kosten.
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