Aktion für den Radverkehr  Jede Stunde ein Fahrradunfall in Niedersachsen

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 29.09.2022 15:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sechs Schüler der Auricher Realschule waren am Mittwochvormittag für mehr Sicherheit auf den Fahrradwegen unterwegs. Foto: Romuald Banik
Sechs Schüler der Auricher Realschule waren am Mittwochvormittag für mehr Sicherheit auf den Fahrradwegen unterwegs. Foto: Romuald Banik
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Eine landesweite Kampagne soll für mehr Sicherheit auf Radwegen sorgen. Am Mittwoch setzen sich Auricher Schüler dafür ein – und weitere Aktionen sind geplant.

Aurich - Jede Stunde gibt es in Niedersachsen einen Unfall mit einem Fahrrad. Genauer gesagt, alle 57 Minuten. Das sagt Hans-Friedel Walter von der Auricher Verkehrswacht. Und in den vergangenen Jahren hat diese Zahl zugenommen. Deswegen gibt es im ganzen Bundesland nun eine Aktion.

Am Mittwoch haben sechs Schüler des sechsten Jahrgangs der Realschule Aurich mit großen Plakaten auf dem Rücken auf das Problem aufmerksam gemacht. „Lasst bitte Platz. Rücksicht gibt uns allen Raum“, steht auf den Schildern geschrieben. Gemeinsam mit ihrem Lehrer sind sie durch die Auricher Innenstadt und über Radwege gelaufen, um Passanten zu zeigen, dass man aufpassen sollte.

Grüne Fahrräder an gefährlichen Stellen

In der kommenden Woche soll es mit der nächsten Aktion weitergehen. Dann werden an zehn gefährlichen Stellen in Aurich grün bemalte Fahrräder aufgestellt. Sie sollen unter anderem bei der Realschule und dem Gymnasium Ulricianum sowie beim Combi an der Popenser Straße und an der Emder Straße aufgestellt werden.

Die Schüler machten sich mit ihren Plakaten auf den Weg durch Aurich. Foto: Romuald Banik
Die Schüler machten sich mit ihren Plakaten auf den Weg durch Aurich. Foto: Romuald Banik

In größeren Städten, in denen viele Fahrradfahrer unterwegs sind, zum Beispiel in Osnabrück, kommt es häufig zu Unfällen. Und manchmal kommen dabei auch Radfahrer ums Leben. An diesen Orten werden dann weiß bemalte Fahrräder aufgestellt. Die Aktion sollte man nicht mit der in Aurich verwechseln. Die grünen Fahrräder bedeuten nicht, dass es an den Stellen zwangsläufig schon einmal einen Unfall gegeben hat. Sie sollen nur darauf hinweisen, dass man an diesen Orten besonders vorsichtig sein sollte – zum Beispiel weil es dort besonders viel Verkehr gibt oder man für Autofahrer schlecht zu sehen ist. „Wir wollen nicht erst abwarten, bis etwas passiert“, sagt Hans-Friedel Walther von der Verkehrswacht in Aurich.

Geisterfahrer auf den Radwegen

Sobald die grünen Räder aufgestellt sind, soll schon die nächste Aktion folgen. „Achtung, du bist ein Geisterfahrer“ wird mit Schablonen auf das Pflaster einiger Radwege gesprüht. Denn viele Radfahrer beachten nicht, dass sie manche Wege nur in eine Richtung benutzen dürfen.

Am Ende überreichte Hans-Friedel Walther von der Auricher Verkehrswachte Kinogutscheine an die Schüler. Foto: Romuald Banik
Am Ende überreichte Hans-Friedel Walther von der Auricher Verkehrswachte Kinogutscheine an die Schüler. Foto: Romuald Banik

Die Aktion der Schüler soll nicht die letzte gewesen sein. In regelmäßigen Abständen werden Kinder mit den Plakaten nun durch Aurich laufen. Und weil die Realschüler am Mittwoch freiwillig die ersten waren, gab es für sie sogar eine Belohnung: Alle sechs erhielten von der Verkehrswacht einen Kinogutschein.

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