Kunst am Auricher Bauzaun Großbild hängt nun an der Außenwand des „Zwischenraum“
Für große Aufregung sorgte im Sommer ein Bauzaun in der Auricher Fußgängerzone. Darauf war ein Gemälde entstanden, das im Juli entfernt wurde. Nun ist es wieder zu sehen.
Aurich - Das Bauzaun-Kunstwerk ist wieder da. Am Dienstag haben Mitarbeiter der Firma Strabag das Großgemälde des Künstlers Klaus-Berthold Kleen aus Moorhusen an der Außenwand des „Zwischenraumes“ in der Lohne zwischen Osterstraße und Georgswall aufgehängt. Entstanden war das Werk im Dezember vorigen Jahres. Der weiße Bauzaun sollte als „Easterside Gallery“ dienen, so die Idee des Zwischenraum-Vereins um die Vorsitzende Gila Altmann. Mit dem Beginn der Bauarbeiten für die Neupflasterung der Fußgängerzone dann der Schock: Der Bauzaun war zerschnitten worden. Die drei „schlecht gelaunten Kinder von Aurich“ waren scheinbar zerstört worden. Durch die Lücke verkehrten nun Baufahrzeuge.
Ausgerechnet das mittlere, schwarze Kind wurde entfernt. Das brachte der Strabag im Internet viel Kritik ein, wie Hilko Kruse-Edenhuizen, technischer Gebietsleiter der Firma, im ON-Gespräch sagt. „Uns wurde Nazismus vorgeworfen.“ Ein Vorwurf, über den er sich auch jetzt, Monate später, immer noch aufregen kann. Denn die Wahrheit könnte nicht weiter entfernt liegen. „Wir sind eine Multi-Kulti-Truppe bei der Strabag“, sagt Kruse-Edenhuizen. Sollte das jemandem nicht passen, müsse er sich woanders nach einem Job umsehen.
Baufirma wurde Nazismus vorgeworfen
Dass das mittlere Kind entfernt worden sei im Juli, habe einen ganz einfachen Grund. „Nur an der Stelle können die Baufahrzeuge durchfahren.“ Hätte man die Segmente links oder rechts entfernt, wären laut Kruse-Edenhuizen die Häuser umgefallen. „Denn die werden derzeit mit massiven Stützen gehalten.“ Eines davon, der ehemalige Pub, ist noch zum Abriss vorgesehen.
Einen weiteren Vorwurf weist Hilko Kruse-Edenhuizen zurück. Das Bild sei mitnichten zerschnitten und geschreddert worden, weil Bauarbeiter Kunst nicht zu schätzen wüssten. „Wir haben sehr genau gesehen, dass da etwas Besonderes entstanden war.“ Die einzelnen Segmente seien deswegen vorsichtig auseinandergenommen und aufbewahrt worden. Deshalb sei es auch eine Ehre gewesen, das Bild nun an den neuen Platz zu hängen.
Verein zufrieden mit dem Ergebnis
Zufrieden mit dem Ergebnis ist Gila Altmann, Vorsitzende des Zwischenraum-Vereins. „Am neuen Standort entfaltet das Werk eine gute Wirkung“, sagt sie auf ON-Anfrage. Dabei solle es sich nur um den Anfang handeln. „Wir wollen die Wand an der Lohne weiter gestalten.“ Denn es scheint so zu sein, dass der Zwischenraum im ehemaligen Kik-Markt noch länger existieren wird. Ausgelegt war der temporäre Kunstraum seinerzeit auf sechs Monate. „Mittlerweile sind es vier Jahre“, so Altmann. Wann der Verein das Gebäude verlassen muss, wisse sie nicht.
Das weiß auch Stadtsprecher Johann Stromann nicht. „Es gibt noch keine feste Zeitschiene“, sagt er auf ON-Anfrage. Es gelte auf jeden Fall weiterhin die Verabredung, dass der „Zwischenraum“ das Gebäude nur so lange nutzen könne, bis ein Investor dort mit den Bauarbeiten beginnen würde.
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