Stellplätze für Wohnmobile Ihlow will Aurich als Vorbild nehmen
In Ihlowerfehn sollen nach dem Wunsch der Ihlower Politik neue Wohnmobilstellplätze entstehen. Bei der Finanzierung könnte die Stadt Aurich als Vorbild dienen.
Ihlowerfehn - Schon seit einiger Zeit gibt es in der Gemeinde Ihlow den Plan, mehr Stellplätze für Wohnmobile anzubieten. Denn nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie haben die Menschen diese Art des Urlaubs für sich entdeckt. Statt Fernreisen mit dem Flugzeug werden vermehrt Ziele in Deutschland und Europa angesteuert.
Bislang gibt es in Ihlowerfehn einige wenige Plätze auf dem Parkplatz des Bürgerhauses. Auch eine kleine Entsorgungsstation steht dort zur Verfügung. Überlegt wird nun auf Antrag der SPD vom vorigen Jahr, nördlich der Tennisplätze einen weiteren Bereich für Wohnmobilisten anzulegen. Zwischen den Tennisplätzen und der Wohnbebauung gibt es noch ein Grundstück, auf dem ungefähr 20 Wohnmobile Platz finden könnten. Bereits im vorigen Jahr wurde dieser Plan in den politischen Gremien diskutiert.
Fördermittel reichen nicht aus
Das Problem sind die Kosten dieses Vorhabens. Friedhelm Saathoff von der Stabsstelle Gemeindeentwicklung erklärte im August 2021 im Bauausschuss, dass der Bau von 20 neuen Stellplätzen rund 470.000 Euro kosten würde. Eine mögliche Sanierung des Sanitärgebäudes schlüge noch einmal mit 300.000 Euro, ein Neubau sogar mit 500.000 Euro, zu Buche. Wichtig sei bei einem neuen Stellplatz ein hoher Automatisierungsgrad. Ein bargeldloses Bezahlsystem mit einer Schranke am Eingang sei heute Standard. An Einnahmen seien jährlich rund 18.000 Euro machbar - allerdings entständen auch laufende Kosten. Für den Bau sei eine Förderung von 200.000 Euro denkbar, so Saathoff damals. Der Bauausschuss votierte seinerzeit dafür, dass die Verwaltung die Kosten genauer aufstellen und nach Fördermitteln suchen solle.
Fördermittel aber sind nicht in der Höhe verfügbar, die benötigt werden. Das sagte Friedhelm Saathoff in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses in der vorigen Woche. Deshalb regte Hinrich Ehmen (CDU) an, sich an der Stadt Aurich ein Vorbild zu nehmen. Denn in Tannenhausen soll Investor Dominic Cloudt einen Wohnmobilstellplatz auf einer städtischen Fläche einrichten. Cloudt hat der Stadt drei Varianten für den Pachtzins angeboten. In der ersten Variante zahlt er 15 Jahre lang jährlich 16.200 Euro. Dafür würde er sämtliche Investitionen übernehmen. Eine weitere Variante sieht eine Pacht von 26.200 Euro im Jahr vor. Dann würde die Stadt alle Investitionen zahlen. Bei der „Flexpacht“ (Variante 3) zahlt Cloudt 14.000 Euro pro Jahr plus drei Prozent Umsatzbeteiligung an die Stadt Aurich.
Allerdings soll der sogenannte Wohnmobilhafen am Tannenhausener Badesee mit 48 Stellplätzen doppelt so groß werden wie der Stellplatz in Ihlowerfehn. Die Frage ist, ob ein Investor so einen kleinen Platz noch wirtschaftlich betreiben kann. Eine Frage, die der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs direkt mit Cloudt besprechen möchte. Er bedankte sich bei Ehmen für den Hinweis und versprach, Kontakt zu dem Investor aufzunehmen.
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