Berlin Absurde Inhaltsstoffe: Das steckt in homöopathischen Mitteln
Salzsäure und Blattläuse als sogenannte Heilstoffe: In manchen homöopathischen Mitteln stecken kuriose Ursprungsstoffe. Hier sind zehn Beispiele.
Eine Wirkung über den Placebo-Effekt heraus ist nicht belegt und dennoch sind homöopathische Mittel hierzulande eine beliebte Behandlungsmethode. Aber wissen Sie, was drin steckt?
Neben chemischen und pflanzlichen Elementen, finden sich in vielen Präparaten ungewöhnliche Inhaltsstoffe wieder: Ausscheidungen von Tieren, Giftstoffe, Insekten. Diese Ursprungsstoffe werden bei der Homöopathie mehrfach verdünnt, verschüttelt und verrieben.
Hier sind zehn kuriose Ausgangsstoffe für homöopathische Mittel:
In London soll in Homöopathie ein Originalstück der Berliner Mauer potenzieren. Besonders wirksam soll das entstehende Mittel gegen Verlassenheitsgefühl oder Trennungen sein. Aber auch bei körperlichen Beschwerden sei Murus Berlinensis effektiv, heißt es ohne wissenschaftlich anerkannten Beleg.
Schlafstörungen, Asthma, Kopfschmerzen, sogar die Folgen von Schlaganfällen, all das soll der potenzierte Beton wieder richten. Für 30 Milliliter verlangt ein Onlinehändler 10,48 US-Dollar.
Der homöopathische Bereitschaftsdienst schreibt potenzierten indischen Kakerlaken zahlreiche Wirkungen zu: Unter anderem Blasenentzündungen, Asthma, Reizbarkeit und Bronchitis soll das Mittel bekämpfen. Ein Onlinehändler verkauft zehn Gramm Globuli mit Potenz C6 für 9,35 Euro.
Wer mehr Selbstbewusstsein braucht, unter Halskratzen, Atemnot oder Schwangerschaftsübelkeit leidet, dem empfiehlt der homöopathische Bereitschaftsdienst die potenzierte Variante einer menschlichen Placenta. In der günstigsten Ausführung verlangt ein britischer Versandhandel 5,40 Pfund (etwas mehr als 6 Euro) für vier Gramm.
Für den gleichen Preis kann man sich beim selben Händler ähnlich potenziertes Plutonium bestellen. Unter anderem schwere Depressionen, lähmende Schmerzen, Neurodermitis und Migräne soll das giftige und radioaktive Schwermetall angeblich beheben können.
Nicht radioaktiv, aber dafür ziemlich ätzend ist Salzsäure. Eine Einnahme in der Ursprungsform würde wohl auch kein Homöopath empfehlen. In potenzierter Form hingegen soll sie unter anderem gegen Fieber, Magengeschwüre und Schwindel helfen. Preislich liegt das Präparat bei 9,35 Euro für zehn Gramm Globuli.
Mittlerweile nicht mehr so häufig zu finden, aber dennoch eine Nennung wert: Excrementum canimum. Laut dem „Standard“ haben einige Hersteller und Händler das Produkt mittlerweile aus dem Sortiment genommen. Bis vor wenigen Jahren konnte man aber noch Hundekot als homöopathisches Mittel kaufen.
Genauer gesagt: Der Kot eines mit Kuhpansen gefütterten Mischlingshundes – die Mutter eine Schäferhündin, der Vater ein Mischling aus ungarischem Schäferhund und Setter. Excrementum canium soll den Erzählungen nach gegen Migräne und Heuschnupfen helfen.
Für stolze 9,35 Euro können bei einem Online-Händler zehn Gramm des europäischen Skorpions erworben werden. Es soll hauptsächlich bei Depressionen und Angststörungen helfen. Skorpion-Inhaltsstoffe helfen angeblich auch bei Migräne, Heuschnupfen und bei Essstörungen.
Bei Entwicklungsverzögerungen oder geistiger Unreife raten Homöopathie-Verfechter häufig zu Bufo rana. Dabei handelt es sich um das Gift einer Erdkröte. Bufo rana wird aus dem getrockneten Sekret ihrer Hautdrüsen hergestellt.
Eine Nebenwirkung des Bufo rana soll angeblich ein sexueller Drang, inklusive Verlangen zu masturbieren, sein.
Hinter dem homöopathischen Mittel Aphis chenopodii glauci versteckt sich die Blattlaus. Es soll beispielsweise gegen Ohrenschmerzen und Hautausschläge helfen. Bei dem Onlinehänder kosten auch hier zehn Gramm 9,35 Euro.
Damit nicht genug der tierischen Wundermittel. Auch die gemeine Stubenfliege, oft eher verflucht als geliebt, soll wahre Wunder wirken. Konzentrationsmangel, Verstopfungen und Herpes sollen nach Einnahme des Mittels verfliegen. Der Anbieter ruft den gleichen Preis auf wie für das Blattlaus-Präparat.