Tegernsee  Wertvolle Fabergé-Eier in Oligarchen-Villa gefunden

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 23.09.2022 11:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Faberge-Ei wie dieses wurde in einer Oligarchen-Villa am Tegernsee gefunden. Foto: dpa/Daniel Karmann
Ein Faberge-Ei wie dieses wurde in einer Oligarchen-Villa am Tegernsee gefunden. Foto: dpa/Daniel Karmann
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Die Polizei hat die Villa des russischen Oligarchen Alischer Usmanow durchsucht. Dabei wurden wohl auch unschätzbar wertvolle Fabergé-Eier gefunden.

Der Tegernsee ist ein beliebtes Ziel für Reiche aus aller Welt. Neben einem Großteil der Münchener Geld-Elite haben dort auch viele reiche Russen mindestens einen Zweitwohnsitz. Auch der russische Stahl- und Medienbaron Alisher Usmanow hat dort eine üppige Villa. Wegen eines Verdachtes auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung wurde diese nun von der Polizei durchsucht. Mit interessanten Ergebnissen.

Wie der „Spiegel“ berichtet, wurde unter anderem ein Tresor beschlagnahmt, der voll mit wertvollen Schmuckstücken ist. Wobei wertvoll laut Behörden für einige der Schmuckstücke verharmlosend ist: Demnach wurden dort vier Fabergé-Eier aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Nun prüfen die Behörden, ob es sich um Originale oder um Nachbildungen handelt. Usmanows Presseabteilung streitet das gegenüber unserer Redaktion ab: In dem Tresor seien keine wertvollen Schmuckstücke gewesen. „Es handelt sich ganz klar um Souvenirs. Die Edelsteine sind künstlich und die Stücke sind bloß einige tausend Euro wert. Herr Usmanow hatte sie als Geschenke für Freunde und Verwandte in Usbekistan gekauft“.

Fabergé-Eier sind Ostereier aus Gold und Juwelen, die vom Goldschmied Peter Carl Fabergé ursprünglich für den russischen Zaren angefertigt wurden. Später sicherten sich auch andere Superreiche und Könige aus der damaligen Zeit die exklusiven Eier, von denen es nur wenige Dutzende gibt. Zuletzt wurde eines, das im Besitz der Bankiersfamilie Rothschild war, 2007 für 12,5 Millionen Euro versteigert.

Alisher Usmanow hat laut Schätzungen ein Vermögen von 16,8 Milliarden Dollar. Bekannt ist er im Westen vor allem als ehemaliger Großaktionär des britischen Fußballclubs Arsenal London. Neben seinem Hauptwohnsitz am Tegernsee besaß er auch Villen und Immobilien in Hamburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Nun ist er wegen tausenden verdächtigen Transaktionen auf den Radar des Bundeskriminalamtes gelangt. Der Verdacht: Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Wie sein Presseservice mitteilt, sieht er sich jedoch als Opfer einer Hexenjagd. Die Anschuldigungen basierten auf Fälschungen wird dort mitgeteilt. Zudem gingen die Behörden deutlich zu hart vor und hätten etwa eine Zeugenvernehmung ausgelassen und seien direkt zur Razzia übergegangen.

Usmanow steht zudem auf der Sanktionsliste der EU, weil er ein wichtiger Spender der Putin-Partei „Einiges Russland“ sein soll. Zudem sei er vom Kreml mit der „Verwaltung von Finanzströmen“ beauftragt und habe hochrangige Regime-Vertreter wie den ehemaligen Präsidenten Dimitri Medwedew in seinen Villen übernachten lassen. Er agiere als „Strohmann“ von Putin heißt es in der Sanktionsliste. In der Folge wurde sein Vermögen in der EU eingefroren. Wo er sich momentan aufhält, ist unklar. Auch diese Vorwürfe streitet Usmanows Presseabteilung ab: „Herr Usmanow hat ehrlich und legal ein großes Vermögen verdient und Milliarden für wohltätige Zwecke gespendet“. Die Sanktionen gegen ihn seien ungerechtfertigt und illegal. Dennoch habe er keine Maßnahmen unternommen um sie zu umgehen.

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