Hannover Am Wahlabend zum TV-Interview zur Messe: Geht‘s noch?
Die Spitzenkandidaten der Landtagswahl Niedersachsen 2022 sollten für TV-Interviews am Wahlabend zum Messegelände Hannover fahren. Jetzt haben die Sender eingelenkt. Geht doch.
Wer die allererste Besprechung zwischen Landtagsverwaltung und TV-Sendern über die Pläne zur Berichterstattung am Wahlabend miterlebt hat, dem wurde schnell klar: Hier droht Ungemach. Für die öffentlich-rechtlichen Sender jedenfalls kam es nie ernsthaft infrage, direkt vom Landtag aus zu senden.
Zu wenig Platz im Leineschloss und davor auch alles zu eng und von der Traglast her auch nicht geeignet, um die schweren Übertragungswagen abzustellen. Für den NDR und das ZDF stand also schnell fest, dass sie wie 2017 wieder aufs Messegelände ausweichen. Frei nach dem Motto: Sollen die Spitzenkandidaten doch mehr als zehn Kilometer aus der Stadt rausfahren, wenn sie ins öffentlich-rechtliche Fernsehen wollen. Geht‘s noch?
Ohne Rücksicht auf andere Medienvertreter und das ohnehin enge Zeitkorsett der Spitzenkandidaten an so einem Wahlabend zeigten sich die „TV-Dinosaurier“ extrem unbeweglich und kompromisslos, während für die privaten Sender früh klar war, dass sie mit dem Platz auskommen, der ihnen im Landtag zur Verfügung gestellt wird.
Gut, dass die Spitzenpolitiker hart geblieben sind und nicht zur Messe fahren wollten. Und gut, dass NDR und ZDF eingesehen haben, dass nicht alle nach ihrer Pfeife tanzen. Geht doch.
Und noch etwas: Sat1 gibt an, am Wahlabend mit 25 Mitarbeitern im Einsatz zu sein, beim NDR sind es 275. Geht das nicht schlanker? Dann reicht auch der Platz im Landtag. Aber solange die Rundfunkbeiträge sprudeln, kommt‘s offenbar nicht drauf an.