Demo auf Auricher Marktplatz  Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 21.09.2022 18:43 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mit einer Demonstration wurde am Mittwoch in Aurich an drei Frauen gedacht, die in kurzer Zeit getötet wurden – zuletzt in der Popenser Straße in Aurich. Foto: Heino Hermanns
Mit einer Demonstration wurde am Mittwoch in Aurich an drei Frauen gedacht, die in kurzer Zeit getötet wurden – zuletzt in der Popenser Straße in Aurich. Foto: Heino Hermanns
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Rund 70 Teilnehmer versammelten sich nach einem Aufruf des Kurdischen Frauenvereins Zelal am Mittwoch in Aurich. Sie gedachten drei in kurzer Zeit ums Leben gekommener Frauen.

Aurich - Eine Armenierin, getötet von Aserbaidschanern. Eine Iranerin, gestorben in iranischen Polizeigewahrsam. Und eine 20-jährige Kurdin, umgebracht vor zwei Tagen in ihrer Wohnung in der Popenser Straße in Aurich. Mit einer Schweigeminute für diese drei Frauen begann am Mittwochnachmittag auf dem Auricher Marktplatz die Demonstration gegen Gewalt an Frauen. Rund 70 Teilnehmer waren gekommen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Organisiert hatte die Veranstaltung Sultana Alim vom Kurdischen Frauenverein Zelal. Mit dabei war unter anderem Birgit Ehring-Timm, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich.

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„Jeder Angriff ist ein Angriff auf uns alle“, so Sultana Alim in ihrer Rede. Die Trauer über den Tod der Frauen werde man in Widerstand verwandeln. Sie ging auf den Tod der 20-jährigen Kurdin am Montag in Aurich ein. Bisher seien Ereignisse mit Gewalt gegen Frauen immer weit weg gewesen. „Jetzt stirbt eine junge Frau hier bei uns.“ Es sei nicht zu verstehen, so Alim. Es seien immer Frauen, die auf ihre Rechte verzichten müssten, um leben zu dürfen.

Teilnehmer mit orangefarbenen Tüchern ausgestattet

Mit den orangefarbenen Tüchern, die sonst am 25. November, dem internationalen Tag der Gewalt an Frauen, getragen werden, waren viele Teilnehmer, darunter auch Männer, ausgestattet. Ihre Teilnahme an der Demonstration sei auch ein Ausdruck der Sprachlosigkeit, sagte Birgit Ehring-Timm im Vorfeld der Veranstaltung. Die Tat am Montag sei nur die Spitze des Eisbergs. Es sei wichtig, Präsenz zu zeigen. Gewalt gegen Frauen habe viele Facetten, reiche von Sexismus bis hin zum Tod. „Das ist ein strukturelles, weltweites Problem.“

Es gelte, achtsam zu sein. „Das ist Prävention“, ist Ehring-Timm überzeugt. In ihrer täglichen Praxis kämen immer wieder Frauen, die sich entweder zu Hause oder aber außerhalb ihrer Wohnung nicht sicher fühlten, zu ihr. Sie verweise im Zweifel dann an das Auricher Frauenhaus oder aber an ein Netzwerk aus Beratungsstellen.