Unterstützung für Grundschule  Besonderes Hilfsprojekt für Norder Grundschule

| | 22.09.2022 08:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Packten kräftig mit an: Emil (von links), Tom, Elisa, Clara, Nevio und Mika, Schüler der KGS Rastede, legten in der Grundschule Im Spiet unter anderem neue Hochbeete an. Foto: Anna Brede
Packten kräftig mit an: Emil (von links), Tom, Elisa, Clara, Nevio und Mika, Schüler der KGS Rastede, legten in der Grundschule Im Spiet unter anderem neue Hochbeete an. Foto: Anna Brede
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Schüler aus Rastede sind mit dem Fahrrad nach Norden gefahren, um die Grundschule Im Spiet zu unterstützen. Von dem Projekt sollen noch Generationen von Schülern profitieren.

Norden - Rund 100 Kilometer lang ist der Weg von der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede bis zur Grundschule Im Spiet in Norden. Diesen Weg haben jetzt sechs Schüler der KGS auf sich genommen, um vor Ort zu helfen. Die Aktion ist Teil eines Schülerprojektes mit dem Namen „Herausforderung“. Die Norder Schüler werden davon noch in Jahren profitieren.

Die Idee des Projektes: Mit wenig Geld verlassen die Gruppen mit dem Rad oder zu Fuß Rastede, um neue Orte kennenzulernen. Ein halbes Jahr hatten die Teams Zeit, ihre Herausforderung zu planen. So wurden auf Bauernhöfen, Campingplätzen oder bei Gemeinden Schlafplätze für eine Nacht erfragt und Koch- und Packpläne erstellt. Die Gruppe mit dem selbstgewählten Namen „Supercalifragilisticexpialidocious“, die sich für eine Reise nach Norden entschied, bestand aus den sechs Schülern Emil, Tom, Elisa, Clara, Nevio und Mika.

Schulgarten angelegt

Mit dem Rad und dem Zug ging es für sie von Rastede nach Norden. Zunächst zelteten sie bei einer Privatperson im Garten, in der zweiten Woche waren sie im Norder Ruderclub untergebracht. Doch die Sechs waren nicht für einen Urlaub da. Vor Ort packten sie richtig an. An der Grundschule Im Spiet legten sie den Schulgarten an, bauten vier Hochbeete und füllten sie. Außerdem legten sie eine Kräuterspirale an und pflanzten einen Apfelbaum. Von dieser Arbeit sollen noch viele Schülergenerationen an der Grundschule profitieren – spätestens dann, wenn der Apfelbaum seine erste Ernte trägt. Auch bei den Gastgebern im Ruderclub packten die Schüler noch ordentlich mit an und jäteten im großen Garten des Clubs das Unkraut.

Nach zwei Wochen harter Arbeit, aber auch einer Menge Spaß ging es für die Schüler mit dem Zug und dem Rad wieder zurück nach Rastede.

Schulleiterin: Projekt wäre auch was für hiesige Schulen

Die Schulleiterin der Grundschule Im Spiet, Anna Brede, zeigte sich begeistert über den Einsatz der Schüler. „Das ist ein ganz tolles Projekt – auch für die Kinder, weil die über sich hinausgewachsen sind“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Ohne die Hilfe aus Rastede wäre der Schulgarten nicht so schnell fertig geworden, so Brede. Sie wünscht sich, dass auch die hiesigen Schulen sich an einem solchen Projekt beteiligen.

Für die KGS Rastede war das Ganze ein Pilotprojekt. „Zwar war es lange geplant, wegen Corona konnte es aber nicht starten“, sagte Hildegard Varelmann, didaktische Leiterin der KGS Rastede, im Gespräch mit unserer Zeitung. Insgesamt haben 55 Schüler aus dem neuntem Jahrgang daran teilgenommen. Jede Schülergruppe hat sich selbst überlegt, wo es hingehen soll und was sie vor Ort machen wollen. Jede Gruppe wurde von einem Studenten begleitet. Der war nach Aussagen von Varelmann aber nicht dazu da, die Probleme der Schüler zu lösen, sondern nur zur Sicherheit dabei. Das Besondere: Die Schüler hatten für die zweiwöchige Tour gerade einmal 170 Euro zur Verfügung. Handys durften sie nicht mitnehmen. Sie selbst mussten planen, wie sie zu ihrem Zielort kommen, wo sie übernachten und wie sie sich mit dem Budget vor Ort verpflegen können. Außerdem sollte das Projekt eine soziale Komponente erhalten, die Schüler sollten sich sozial engagieren. Täglich um 12 Uhr machte die Begleitperson ein Mittagsfoto, das auf die Homepage der Schule gestellt wurde. So konnten alle sehen, was die Schüler vor Ort gemacht haben.

Schüler haben von Engagement profitiert

„Die Schüler haben unheimlich von den zwei Wochen profitiert“, erzählte Hildegard Varelmann. Einfach Dinge wie die Erfahrung, um Hilfe zu bitten und diese dann auch zu bekommen, hätten den Mut und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen unheimlich gestärkt. Auch komme es bei einer zweiwöchigen Tour immer auch zu einer Krise. „Da werden Freundschaften auf die Probe gestellt und man muss die Krise gemeinsam bewältigen“, sagte Varelmann.

Dadurch hätten sie viel darüber gelernt, dass sie Rücksicht nehmen und die Bedürfnisse anderer wahrnehmen müssen. „Die Schüler müssen raus aus ihrer Konsum- und Komforthaltung – und das schult sehr“, so Varelmann. Sie hofft, dass das Projekt auch in den kommenden Jahren fortgeführt wird. Vielleicht kommen dann auch mal wieder Schüler nach Norden.

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