Markt in Ihlowerfehn Endspurt beim Combi-Erweiterungsbau
Seit fünf Jahren wird die Erweiterung des Supermarktes in Ihlowerfehn geplant, seit April wird gebaut. Der Markt wird größer – es fällt aber auch etwas weg.
Ihlowerfehn - Lange haben die Planungen gedauert, die Umsetzung erfolgte dafür umso rascher: Ende Oktober wird die Leeraner Bünting-Gruppe ihren „Combi“-Markt in Ihlowerfehn neu eröffnen. Vorausgegangen waren Umbau- und Sanierungsarbeiten, die im April dieses Jahres begonnen hatten. Seit Mitte August ist der Markt komplett geschlossen. Denn die umfangreichen Arbeiten waren bei laufendem Betrieb nicht möglich, erläutert Jasmin Cirksena, Gebietsleiterin Expansion bei Bünting, bei einem Pressetermin auf der Baustelle. Das sei zwar ungewöhnlich bei Umbauten von Combi-Märkten. Angesichts der speziellen Situation in Ihlowerfehn sei es aber nicht anders möglich gewesen.
Schon seit 2017 plant Bünting die Erweiterung des Marktes in Ihlowerfehn. Ganz bewusst habe man sich gegen einen Neubau auf der grünen Wiese entschieden, so Cirksena. Denn der Standort inmitten der übrigen Geschäfte vor dem Ihlower Rathaus sei sehr gut, auch wenn der Markt dort bereits im Mai 1991 eröffnet worden sei. Die Entscheidung aber habe Folgen, wie auch Bürgermeister Arno Ulrichs bewusst ist. „Es war nicht leicht, die modernen Anforderungen an einen Supermarkt mit den örtlichen Gegebenheiten unter einen Hut zu bringen.“ Probleme habe es zum Beispiel bei den Abstandsregeln zu einem benachbarten Haus gegeben, welches unter Denkmalschutz stehe.
„Es fühlt sich fast wie ein Neubau an“
Um rund 200 Quadratmeter ist der Markt nun gewachsen, insgesamt stehen 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. „Es fühlt sich fast wie ein Neubau an“, so Cirksena. Mit der größeren Verkaufsfläche werde auch das Sortiment erweitert. Regionale Produkte sollen vermehrt in den Markt einziehen.
Das alte Gebäude wurde komplett entkernt und energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Dazu zählt auch die Kühlung, die nun mit weniger Energie auskommen soll. Mehr Platz im Inneren wurde allerdings auch durch Verzicht möglich gemacht. Der Blumenhändler, den es früher im Combi gab, wird nicht wieder einziehen. Dafür wird Martin Lorenz seine Bäckereifiliale erweitern. „Statt zwei kleiner Tische bieten wir nun 16 Plätze in unserem Café an“, sagt Lorenz.
Überlegungen über „Inflationsbrot“
Eine der ältesten Filialen seines Unternehmens sei der Standort in Ihlowerfehn mit der internen Nummer 108 – es ist also der achte Standort von Lorenz. Seit über 30 Jahren ist er seinen Kunden rund um das Ihlower Rathaus treu. „Und sie uns“, so Lorenz. Deswegen sei er auch so froh darüber, dass der Standort in der Ortsmitte erhalten geblieben sei. Während der Bauzeit war die Filiale zunächst in einen Container, später in ein gegenüberliegendes Geschäft umgezogen. Nicht leicht sei es momentan, so Lorenz. Die Energiekrise sowie die steigenden Preise beträfen sein Unternehmen unmittelbar. „Aber es nützt ja nichts.“ Man dürfe den Kopf nicht in den Sand stecken, es müsse weitergehen.
Wie viele andere Bäcker in Deutschland denkt auch Martin Lorenz bereits über ein „Inflationsbrot“ nach. Einige Bäcker, zum Beispiel im Kreis Borken (Nordrhein-Westfalen) mischen Restbrot in den Teig, um Kosten zu sparen und das Brot preiswerter an ihre Kunden abgeben zu können. Andere bieten einfache Brote mit wenigen Zutaten günstig an – in der Hoffnung, die Kunden kaufen dann auch noch andere Produkte. „Überlegungen gibt es“, sagt Martin Lorenz. Aber zunächst müsse er seine eigenen Rechnungen zahlen, fügt er mit einem Seufzen hinzu.