Geburtstag Vom Freibad zum Wassererlebnisgarten
Das Sand- und Waterwerk Simonswolde feiert den 15. Geburtstag. Dass dies überhaupt möglich ist, verdankt der Ort einigen Idealisten, die trotz Widerständen nicht aufgegeben haben.
Weil es im Jahr 2005 ein paar Idealisten in Simonswolde gegeben hat, kann das Sand- und Waterwerk heute seinen 15. Geburtstag feiern. Das war im Jahr 2005 bei der Schließung des ehemaligen Freibades Simonswolde so noch nicht absehbar. Denn es gab viele Widerstände aus Politik und Bevölkerung.
Rückblick: Nachdem der Verein „Naturbad Simonswolde“ mit seinem Vorhaben, ein kleines Naturbad in Eigenverantwortung zu bauen und zu betreiben, gescheitert war, nahm ein verbliebener kleiner, aber hartnäckiger Kern 2007 das Heft des Handelns in die Hand: Erika Bongers, Eberhard Bongers, Heike Post, Gabi Saathoff und Detlef Eden. Bis heute sind sie dabei.
„Wir wollten es nicht hinnehmen, dass so ein tolles Gelände mitten im Ort ungenutzt verwildern sollte. Wir hatten so viele Ideen. Das war dann die Geburtsstunde des Sand- und Waterwerks Simonswolde“, erzählte die Vorsitzende des Vereins, Erika Bongers, im Gespräch mit den ON.
Verein musste „dicke Brocken“ aus dem Weg räumen
Mit ihrem Team habe sie in den zurückliegenden 15 Jahren so manchen dicken Brocken aus dem Weg räumen müssen, um ihre Visionen und Ziele umzusetzen. Gemeinsam könnten sie jetzt stolz sein, mit dem Sand- und Waterwerk ein „Bürger für Bürger“-Projekt und sozialen Treffpunkt geschaffen zu haben, so die Vorsitzende.
Durch Leidenschaft, Enthusiasmus, Hartnäckigkeit, unbändigen Einsatz und Fleiß gelang es dem Verein, aus dem Freibadgelände einen Wassererlebnisgarten zu gestalten, der inzwischen als Umweltbildungslernort und Mehrgenerationengarten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt wird.
Mittlerweile gibt es Lob und Anerkennung
Nach anfänglichen Widerständen erfährt das Team mittlerweile Anerkennung und Lob für seine Arbeit, sowohl aus Politik und Kultur als auch von Bürgern bundesweit. Das Preisgeld für den ersten Platz beim Wettbewerb „Aktion Spielplatz“ war der finanzielle Grundstock für den Verein. Der mit ins Boot geholte Landschaftsplaner Matthias Bergmann schaffte mit „Wasser in Ostfriesland“ ein neues und beachtenswertes Konzept, so Erika Bongers.
Davon, dass viele Förderanträge abgelehnt wurden, ließ sich das Team um Erika Bongers nie entmutigen. Mit der Aufnahme in das vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Aktionsbündnis „Garten für jeden“ gelang der Durchbruch. In der Folgezeit kamen weitere Auszeichnungen und Förderungen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, EWE-Stiftung, Irma-Waalkes-Stiftung oder der zweite Preis beim landesweiten Umweltpreis hinzu.
Corona hat seine Spuren hinterlassen
Das Sand- und Waterwerk wurde sogar als Grundlage für eine Masterarbeit genommen, als positives Beispiel und Leitfaden zum Thema „Stadtgrün in Niedersachsen“ des niedersächsischen Sozialministeriums verwandt, 2012 in die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aufgenommen und war Bestandteil der Forschungsarbeit „Sozialkulturelle Projektarbeit“ der kulturpolitischen Gesellschaft in Bonn.
Hervorheben möchte die Vorsitzende die umfangreichen Angebote für Kinder. Da sei das Ferienprogramm sowie die umweltpädagogischen Angebote für Kindergärten und Grundschulklassen. Höhepunkt sei zudem die jährliche „Simonswolder Gartenpartie“ mit vielen Ausstellern, außerdem der Handwerkermarkt „Basar mitten im Jahr“, der weihnachtliche „Hüttenzauber“, der „Lebendige Adventskalender“, sowie die regelmäßigen Familiensonntage. Der Verein hat auch schon an anderen Stellen des Ortes seine Spuren hinterlassen, erzählte Erika Bongers. Auf Initiative des Sand- und Waterwerks haben Simonswolder Bürger unter dem Motto: „Ein Dorf schweißt zusammen“ das Denkmal „Fischer mit seiner Jolle“ geschaffen, das am Ortseingang steht.
Auch im Sand- und Waterwerk hat Corona seine Spuren hinterlassen. Größere Veranstaltungen waren während der Pandemie nicht möglich. Auch jetzt ist alles noch eine Nummer kleiner. Trotzdem haben in diesem Jahr schon mehr als 900 Kinder das Sand- und Waterwerk besucht, um auf dem Gelände zu spielen und zu toben.