Osnabrück NDR und ZDF schicken etwa 50 Mitarbeiter nach London - gehts noch?!
Etwa 50 Mitarbeiter von NDR und ZDF kommen zur Queen-Beerdigung nach London, um von dort zu berichten. Für die Öffentlich-Rechtlichen ist das offenbar nichts Außergewöhnliches: Von Selbstkritik am Personal-Aufwand ist nichts zu hören.
Man muss sich das mal vorstellen: NDR und ZDF schicken etwa 50 Mitarbeiter für die Queen-Beisetzung nach London, um so parallel in mehrstündigen Sondersendungen die gleichen Bilder zeigen zu können. Wohlgemerkt: Der Sender Phoenix, der ebenfalls mit Gebühren finanziert wird, ist mit eigener Besetzung auch vor Ort.
Das Ereignis mag von öffentlicher, auch historischer und politischer Bedeutung sein. Und ja, der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird grundsätzlich auch gebraucht. Aber brauchen wir bei der Queen gleich so viel davon? Dieser Aufwand ist in dem Ausmaß weder journalistisch noch finanziell vertretbar.
Gebührenzahler kann das durchaus wütend machen. Sie können sich nicht aussuchen, ob sie derlei royales Übermaß finanzieren wollen. Der Rundfunkbeitrag ist ein Zwangsgeld, das auch von weniger Verdienenden eingezogen wird - auch in Zeiten, in denen viele sich darum sorgen, ob sie ihren Wochenendeinkauf oder die nächste Gasrechnung noch bezahlen können.
Rund 8,5 Milliarden Euro kommen zusammengerafft aus unseren monatlichen Beiträgen zusammen, viel Geld, mit dem man eine Menge anderer nützlicher Dinge machen kann, als simultan das Gleiche zu senden. Zum Vergleich: Die britische BBC, kein qualitativ minderwertiger Spartensender, kommt mit knapp der Hälfte des Geldes aus.
Eine derartige, gebührenfinanzierte Summe erfordert Demut, Transparenz und Sparwillen. Doch bei den Öffentlich-Rechtlichen ist man weit davon entfernt. Im Gegenteil: Von Selbstkritik am Personal-Aufwand ist wie auch schon nach dem CDU-Parteitag, zu dem ARD und ZDF 58 Journalisten schickten, nichts zu hören. Und zu genauen Produktionskosten werden „generell sowieso keine Angaben“ gemacht, wie es heißt. Nicht erst seit der Affäre beim Rundfunk Berlin-Brandenburg kämpfen die Öffentlich-Rechtlichen gegen ihren schlechten Ruf. Doch in diesen Tagen, scheinen sie massiv darum bemüht, genau diesem Ruf gerecht zu werden.