OHV verliert Heimspiel  Auricher Handballer patzen gegen den TSV Altenholz im Angriff

Silke Meyer
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Von Silke Meyer
| 11.09.2022 21:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Evgeny Vorontsov weckte zwei Minuten vor Schluss mit seinem Anschlusstreffer noch einmal Hoffnungen im Lager des OHV Aurich. Die wurden aber schnell wieder gedämpft. Fotos: Bernd Wolfenberg
Evgeny Vorontsov weckte zwei Minuten vor Schluss mit seinem Anschlusstreffer noch einmal Hoffnungen im Lager des OHV Aurich. Die wurden aber schnell wieder gedämpft. Fotos: Bernd Wolfenberg
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Handball-Drittligist OHV Aurich unterliegt dem TSV Altenholz mit 22:25 Toren. Es hakt gewaltig im Angriff. Und doch macht es die Mannschaft spannend.

Aurich - Es war ein irres Spiel. Phasenweise auch wirres Spiel. Das für die Drittliga-Handballer des OHV Aurich allerdings enttäuschend endete. Sie verloren am Sonntagabend gegen den TSV Altenholz verdient mit 22:25 Toren (Halbzeit 11:13). Das Ergebnis spiegelt aber nicht wider, wie eng es bis zwei Minuten vor Schluss noch war. Aber auch danach hatte es lange Zeit für den OHV nicht ausgesehen.

Nur 22 geworfene Tore zeigen ein Bild von der Schwachstelle im Auricher Team. Es hakte und haperte im Angriff. Was die Auricher an Fehlpässen und Fehlwürfen produzierten, das war zum Haare raufen. Und die leisteten sie sich meist in den Phasen, in denen sie den dominierenden Altenholzern in die Parade hätten fahren können. „Du hast vorne deine Chancen. Hast klare Situationen, in denen du aber deine Tore nicht machst. Leistet dir dann technische Fehler. Das gibt dem Gegner Energie. Und dann hast du keine Chance“, sagte OHV-Trainer Pedro Alvarez.

OHV trifft erstmals in der achten Minute

Umso ärgerlicher war für ihn die Leistung im Angriff, weil sich die Mannschaft im Training auf jene offensive Abwehr vorbereitet hatte, die die Altenholzer auch praktizierten. Aus Sicht von TSV-Trainer André Lohrbach liest sich das Fazit so: „Wir waren in der Abwehr sehr stark.“ Nach Defiziten dort im ersten Spiel gegen die HSG Nienburg hatte er den Schwerpunkt im Training auf die Defensive gelegt. Im Angriff setzte er auf Tempospiel. Zunächst schienen die Gäste die Auricher regelrecht zu überfallen, so viel Dampf machten sie zu Beginn. Verbunden aber auch mit Hektik. Dem OHV gelang erst in der achten Spielminute der erste Treffer. Bis dahin hatte aber auch der TSV erst zwei erzielt. Diese ersten Minuten sollten ein Spiegelbild der Auricher Leistung insgesamt werden. Mit Mängeln im Angriff. Die Abwehr war nicht das Problem.

OHV-Torwart Edgars Kuksa machte sich ein ums andere Mal lang, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.
OHV-Torwart Edgars Kuksa machte sich ein ums andere Mal lang, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Es entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein enges Spiel, in dem der OHV, ausgenommen in der 22. Minute, aber immer einem Rückstand hinterherarbeitete. Nachdem Edgars Kuksa im Tor mit drei Glanzparaden in Folge die erneute Führung des TSV verhindert hatte, traf Kevin Wendlandt zum 9:8. Es sollte die einzige Führung der Auricher in diesem Spiel bleiben. Sie gerieten vielmehr gleich nach der Halbzeitpause so hoch in Rückstand, dass es schien, als sei die Partie frühzeitig entschieden. In der 38. Minute lagen sie mit fünf Toren (13:18) zurück. Erschwerend kam in dieser Phase hinzu, dass die Schiedsrichter eine unglückliche Abwehraktion von Jannes Hertlein gegen TSV-Spieler Henri Pabst mit der Roten Karte ahndeten.

OHV steckt trotz hoher Fehlerquote nicht auf

Doch trotz ihrer hohen Fehlerquote im Angriff und des Ausfalls von Hertlein steckten die Auricher nicht auf. Sie machten es tatsächlich auch noch einmal spannend. „In der Schlussphase hat man gemerkt, dass uns die Körner ausgingen“, sagte TSV-Trainer Lohrbach zum Spielverlauf mit Verweis auf etliche Spieler in seinem Kader, die noch geschwächt von einer Erkältung waren. Der OHV kam ran, immer wieder, bekam aber nicht den Dreh. Denn immer dann passierten genau wieder diese verflixten Fehler, mit denen sich die Auricher in die Niederlage ritten.

Zwischen der 53. und 58. Minute machte der OHV aus einem 19:22 durch ein Tor von Rechtsaußen Josip Crnic und einem Treffer von Routinier Evgeny Vorontsov ein 21:22. Sollte da doch noch etwas gehen? TSV-Rückraumspieler Lars Meereis wurde dann aber mit seinem postwendenden Treffer zum 23:21 für die Auricher zum Stimmungsverderber.

OHV Aurich – TSV Altenholz 22:25 (11:13)

OHV Aurich: Kuksa, Jungvogel; de Buhr (1 Tor), Wendlandt (5), Vorontsov (4), M. Pliuto (1), N. Pliuto (2), Wark (1), Hertlein (1), Menne, Schrainer, S. Lübben, H. Stoehr, Crnic (4/davon 1 Siebenmeter), Radjenovic (1), Puljic (2/1).

TSV Altenholz: Landgraf, Jöhnck; Hansen, Schneider (2), Fängler, Reiser (3), Braissait, Meereis (3), Richter (1), Bergemann (5), Glindemann, Haack, Voigt (4/3), Abelmann-Brockmann (3), Pabst (4).

Zeitstrafen: OHV 2 Minuten – TSV 4.

Rote Karte: Hertlein (37.)

Siebenmeter: OHV 3/2 verwandelt – TSV 3/3.

Schiedsrichter: Gleb Sakovski / Christian Schneider (Remscheid/Wuppertal).

Zuschauer: rund 700.

Torfolge: 0:2 (4. Minute), 1:2 (8.), 7:8 (17.), 9:8 (22.), 9:10 (27.), 11:13 (30.); 13:15 (34.), 13:18 (38.), 16:20 (46.), 18:20 (49.), 19:21 (53.), 21:22 (58.), 21:25 (60.), 22:25 (60.).

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